Wenn die gebuchte Reise plötzlich storniert ist

Ferienzeit ist für die meisten Menschen in Deutschland auch Reisezeit. Die Urlaubsreise wurde bereits vor mehreren Monaten oder auch erst kurzfristig Last Minute gebucht. Und so fährt man mit gepackten Koffern zum Flughafen. Wenn die Buchung plötzlich nicht mehr existiert Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. So kommt es vor, dass die Reise zwar beim Reiseveranstalter gebucht wurde, dass das reisedurchführende Unternehmen von der Buchung aber nichts weiß. So geschah es einem Ehepaar, das für die Zeit vom 16. bis zum 30. November 2015 eine Kreuzfahrt in der Karibik zum Gesamtpreis von 4.998 Euro gebucht hatte. Die Eheleute konnten die Reise aber nicht antreten, weil es auf dem Schiff keine Buchung für sie gab. Davon erfuhren sie kurz vor Reiseantritt am 13. November 2015. Das Ehepaar unternahm stattdessen während des vorgesehenen Reisezeitraums eine Reise mit dem Mietwagen durch Florida. Der Reiseveranstalter der Kreuzfahrt wurde neben der Erstattung des Reisepreises zu einer Entschädigung in Höhe von weiteren 73% des Reisepreises verurteilt. Mit seiner Revision scheiterte er vor dem Bundesgerichtshof. Nutzlos aufgewendete Reisezeit Das Zivilrecht kennt bei mangelhaften Reisen – neben der Erstattung des Reisepreises – zusätzlich noch die Entschädigung für so genannte „nutzlos aufgewendete Reisezeit“. Die Besonderheit am vorliegenden Fall war, dass die gebuchte Reise nicht bloß mangelhaft war, sondern ganz ausgefallen war. Der Bundesgerichtshof führt hierzu in seinem aktuellen Urteil vom 29. Mai 2018 – Az. X ZR 94/17  aus: Ist die Reise wegen Mängeln der Leistung des Veranstalters so erheblich beeinträchtigt worden, dass der Erfolg der Reise (nahezu) vollständig verfehlt worden ist, ist regelmäßig eine Entschädigung in Höhe des vollen Reisepreises angemessen. Im Streitfall hat das Berufungsgericht zutreffend angenommen,...

Ihre Rechte nach einem annullierten Flug

Aufgrund der Insolvenz einiger Fluggesellschaften werden derzeit in Deutschland täglich bis zu 50 Flüge annulliert. Viele Fluggäste wissen nicht, welche Rechte ihnen in einem solchen Fall zustehen und welche Schritte einzuleiten sind. In folgendem Beitrag erfahren Sie, worauf Sie achten sollten und in welchem Fall Sie Schadensersatz verlangen können.   Welche Rechte haben Betroffene? Gemäß der EU-Fluggastrechte-Verordnung muss eine Fluggesellschaft seine Kunden mindestens zwei Wochen vor Abflug über eine Annullierung des konkreten Flugs informieren. Beträgt diese Frist jedoch weniger als zwei Wochen, gelten nachfolgende Regelungen: Wird der Fluggast 14 bis 7 Tage vor dem geplanten Flug über die Annullierung informiert, muss ihm ein Alternativflug angeboten werden. Dieser Alternativflug darf nicht mehr als zwei Stunden vor der geplanten Abflugzeit starten und nicht mehr als 4 Stunden nach der ursprünglich vorgesehenen Ankunftszeit ankommen. Wird der Betroffene weniger als 7 Tage vor dem geplanten Flug über die Annullierung informiert, muss ihm ein alternativer Flug angeboten werden, der nicht mehr als eine Stunde vor der geplanten Abflugzeit startet und nicht mehr als zwei Stunden nach der ursprünglich vorgesehenen Ankunftszeit ankommt. Hält sich die Fluglinie an diesem Rahmen, stehen Ihnen keine Ausgleichszahlungen zu. Wenn Ihr Ersatzflug mit einer größeren Verspätung abfliegt oder landet, als oben angegeben und Sie nicht rechtzeitig Bescheid bekommen, haben Sie Anspruch auf Entschädigung. In diesem Fall oder wenn dem Betroffenen seitens der Fluggesellschaft überhaupt kein Alternativflug angeboten wird, steht Ihnen nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung neben dem Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises folgender pauschale Schadensersatz zu: • ca. 250 € für eine Flugstrecke bis zu 1500 km • ca. 400 € für eine weitere Strecke innerhalb der EU oder bis zu 3500 km • ca. 600...

Wie Sie Reisemängel wirksam geltend machen

Endlich steht der lang ersehnte und womöglich mühsam ersparte Urlaub vor der Tür – umso ärgerlicher ist es, wenn dann nicht alles rund läuft. Sei es der fehlende versprochene Meerblick, offensichtlich gefälschte Bilder auf der Website Ihres Hotels, oder Probleme bezüglich Ihres Gepäcks. Es kann viele Gründe dafür geben, dass eine Reise nicht so verläuft, wie ursprünglich geplant. Falls Sie betroffen sind, können Sie eine Preisminderung verlangen. Allerdings genügt dabei keine einfache Beschwerde, da eine solche von Reiseveranstaltern häufig zurückgewiesen wird. Außerdem passiert es häufig, dass enttäuschte Urlauber unwissentlich Fristen versäumen, Formfehler machen oder zu hohe Forderungen stellen. All diese Gründe führen dazu, dass am Ende vor Gericht die Reiseunternehmen Recht bekommen und Sie auf Ihren Kosten sitzenbleiben. Um überhaupt einen Reisemangel geltend zu machen, müsste zunächst eine Pauschalreise gebucht worden sein. Damit ist ein Reiseangebot gemeint, welches mindestens zwei Leistungen umfasst, wie beispielsweise Flug und Hotel oder Flug und Mietwagen. Haben Sie keine Pauschalreise gebucht, sondern z. B. nur ein Ferienhaus gemietet, können Sie bei Leistungsmängeln allenfalls eine Mietminderung einfordern. Mängel direkt vor Ort melden Der erste und äußerst wichtige Schritt auf dem Weg zu einer Preisminderung ist, gefundene Mängel direkt vor Ort beim Reiseleiter zu melden. Dies rührt daher, dass dem entsprechend Verantwortlichen somit die Möglichkeit geschaffen wird, eventuelle Mängel innerhalb einer angemessenen Frist zu beseitigen. Sind Sie unsicher, wie Sie an Ihren Veranstalter herantreten sollen, wenden Sie sich an die Rezeption Ihres Hotels. Viele Veranstalter stellen Ihnen ein Formular speziell für Beschwerden zur Verfügung. Dieses sollten Sie auf jeden Fall nutzen und ausfüllen, sodass Sie zu einem späterem Zeitpunkt gegebenenfalls einen schriftlichen Nachweis für Ihre Beschwerdebehausung...

VerbraucherReiseRechte

Sehnsüchtig erwartet – die schönste Zeit des Jahres Mit großen Erwartungen starten wir jedes Jahr wieder in den lang ersehnten Urlaub. Reisende planen akribisch, damit die Ferienzeit reibungslos abläuft. Allerdings spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, für die andere die Verantwortung tragen: der Flug verspätet sich oder fällt gänzlich aus wegen Streiks, Unwetter oder technischer Probleme, der Reiseveranstalter ist zwischenzeitlich insolvent oder das Hotel ist trotz Reservierung überbucht. Wenn Verbraucher eine Pauschalreise – im Internet oder in einem Reisebüro – gebucht haben, stehen ihnen umfangreiche Rechte zu. Von einer Pauschalreise wird im Gegensatz zu einer Individualreise gesprochen, wenn Reiseleistungen wie Beförderung, (Hotel-)Unterbringung und Verpflegung von einem Reiseveranstalter zu einem Gesamtpreis verkauft werden. Ein Mitreisender kann die geplante Reise nicht antreten – Recht auf Benennung eines Ersatzreisenden Unerwartet tritt ein Notfall in der Familie auf, ein Unfall passiert oder der Mitreisende kann aus anderen gesundheitlichen, beruflichen oder sonstigen persönlichen Gründen die Urlaubsreise nicht antreten. Hierfür gibt es eine gesetzliche Grundlage, nach der die Benennung eines Ersatzreisenden möglich ist. Aufgrund des sog. Vertragsübergangs hat der Reisende bis zum Beginn der Reise das Recht, dass ein Dritter in die Rechte und Pflichten aus dem Reisevertrag eintritt. Diese Regelung gilt für die Buchung von Pauschalreisen. Rechte des Reisenden bei Reisemängeln Der Reiseveranstalter ist von Gesetzes wegen dazu verpflichtet, die Reise mit den „zugesicherten Eigenschaften“ zu erbringen. Der Reiseprospekt, den der Reiseveranstalter zumeist zur Verfügung stellt, spielt eine wichtige Rolle. Die hier enthaltenen Angaben wie Reisepreis, etwaige Anzahlung und insbesondere Inhalte der Reise wie Ort, Unterbringung, Transfer müssen zutreffend und vollständig sein. Es ist zu beachten, dass allein geringfügige Unannehmlichkeiten, die sich „aus dem Massencharakter...