Die allermeisten Menschen werden völlig unvorbereitet mit dem Verdacht einer Straftat konfrontiert. Sei es eine Verkehrskontrolle auf Alkohol, eine Hausdurchsuchung früh morgens um 6 Uhr oder auch eine Festnahme am Arbeitsplatz. Gerade letztere beiden Maßnahmen können bei Steuerstrafverfahren geschehen, obwohl man sich keiner Schuld bewusst ist, oder sogar, weil z. B. ein Hacker über Ihre IT-Geräte Kinderpornografie ins Internet geladen hat. Es ist IHR Gerät, was festgestellt wurde, IHRE IP-Adresse – für die Ermittler erscheint hier alles völlig klar zu sein.

Das Minimum, was Sie in solchen Momenten wissen müssen, ist, wie Sie darauf reagieren sollen:

„Ich mache keine Angaben und möchte sofort (m)einen Verteidiger beigeordnet bekommen!“

Das ist der Satz, den Sie am besten im Schlaf auswendig aufsagen können müssen. Vor allem ist es der einzige Satz, den Sie bei Polizeikontakt sagen, ehe Sie überhaupt in ein Röhrchen pusten, eine Urinprobe abgeben o. Ä. Idealerweise haben Sie auch bereits eine (Notruf-)Nummer eines Verteidigers zur Hand, die Sie den Polizeibeamten mitteilen können.

Der Gesetzgeber hat Ihnen ausdrücklich dieses Recht zugestanden, vor Ihrer Vernehmung die Beiordnung eines Verteidigers zu beantragen.

1Bei Beginn der ersten Vernehmung ist dem Beschuldigten zu eröffnen, welche Tat ihm zur Last gelegt wird und welche Strafvorschriften in Betracht kommen. 2Er ist darauf hinzuweisen, daß es ihm nach dem Gesetz freistehe, sich zu der Beschuldigung zu äußern oder nicht zur Sache auszusagen und jederzeit, auch schon vor seiner Vernehmung, einen von ihm zu wählenden Verteidiger zu befragen. 3Möchte der Beschuldigte vor seiner Vernehmung einen Verteidiger befragen, sind ihm Informationen zur Verfügung zu stellen, die es ihm erleichtern, einen Verteidiger zu kontaktieren. 4Auf bestehende anwaltliche Notdienste ist dabei hinzuweisen.

§ 136 Abs. 1 Satz 1 bis 4 der Strafprozessordnung (StPO)

Sie nehmen keinen Schaden, wenn Sie erst einmal konsequent schweigen! Das Schweigen darf nicht zu Ihren Lasten gewertet werden! Insbesondere darf nicht aus Ihrem Schweigen geschlossen werden, dass Sie etwas zu verbergen hätten.

1In den Fällen der notwendigen Verteidigung wird dem Beschuldigten, dem der Tatvorwurf eröffnet worden ist und der noch keinen Verteidiger hat, unverzüglich ein Pflichtverteidiger bestellt, wenn der Beschuldigte dies nach Belehrung ausdrücklich beantragt. 2Über den Antrag ist spätestens vor einer Vernehmung des Beschuldigten oder einer Gegenüberstellung mit ihm zu entscheiden.

§ 141 Abs. 1 Satz 1 der Strafprozessordnung (StPO)

Diese Vorschrift ist neu! Sie sagt ganz klar: wenn Sie beantragen, dass Ihnen ein Verteidiger beigeordnet werden soll, dürfen Sie erst einmal nicht weiter vernommen und auch keiner Gegenüberstellung zugeführt werden. Machen Sie rege davon Gebrauch!

Schaffen Sie erst einmal Waffengleichheit! Sie wissen weder, was die Polizei gegen Sie in der Hand hat, noch, was sie nicht weiß. Ohne Akteneinsicht durch Ihren Verteidiger riskieren Sie, sich um Kopf und Kragen zu reden, evtl. der Polizei sogar Fakten mitzuteilen, die diese gar nicht kennt und wohl auch nie herausgefunden hätte!

Den Pflichtverteidiger dürfen Sie selbst auswählen!

Und überlassen Sie auf keinem Fall der Polizei, dem Staatsanwalt oder dem Ermittlungsrichter die Auswahl Ihres Verteidigers! Auch bei Fällen der Pflichtverteidigung ist es erst einmal Ihr gutes Recht, einen konkreten Verteidiger zu benennen, den Sie höchstpersönlich gewählt haben. Suchen Sie sich also am besten schon jetzt einen Verteidiger Ihres Vertrauens und greifen Sie auf diesen sofort zurück, wenn Sie unerwartet mit dem Vorwurf einer Straftat konfrontiert werden.

Verteidigung in Strafsachen

Bei den Advobaten verteidigt Sie Herr Rechtsanwalt Thorsten Hein. Er ist Spezialist für Strafrecht und hat schon in vielen Verfahren, auch in Haftsachen, erfolgreich verteidigt. Außerhalb unserer Bürozeiten erreichen Sie ihn unter seiner Notrufnummer 069/401547591.