Viele Strafverfahren werden dadurch abgekürzt, dass anstelle einer Anklage ein Strafbefehl erfolgt. Ein Strafbefehl hat dieselben Inhalte, wie eine Anklageschrift und wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft durch das Gericht erlassen. Anschließend wird er demjenigen, dem die im Strafbefehl enthaltene Straftat vorgeworfen wird, förmlich zugestellt.

Wer einen Strafbefehl erhält, hat lediglich zwei Wochen ab Zugang Zeit, hiergegen Einspruch einzulegen. Für die Einhaltung der Frist kommt es auf den Eingang des Einspruchs bei Gericht an, nicht auf den Tag der Absendung.

Wann lohnt es sich, Einspruch einzulegen?

Bestreitet man die im Strafbefehl enthaltenen Tatvorwürfe teilweise oder ganz, sollte in jedem Fall Einspruch eingelegt werden. Es empfiehlt sich sodann dringend, einen Verteidiger zu konsultieren und mit diesem gemeinsam Akteneinsicht zu nehmen. So kann man herausfinden, auf welche Inhalte von Zeugenaussagen, Urkunden, Lichtbildern und sonstigen Beweismitteln der Strafbefehl überhaupt gestützt wird. Anschließend kann man eine eigene Einlassung zu den Anklagevorwürfen abgeben und ggf. auch eigene entlastende Beweismittel benennen.

Chancen und Risiken eines Einspruchs

Grundsätzlich besteht die Chance, einen Freispruch zu bekommen, eine Einstellung des Verfahrens, ggf. gegen Auflagen, zu erreichen oder wenigstens die verhängte Strafe ihrer Höhe nach zu mildern.

Nach einem Einspruch gegen einen Strafbefehl findet, bis auf wenige Ausnahmefälle, stets eine Hauptverhandlung vor Gericht statt, in welche dann die dem Strafbefehl zugrunde liegenden und auch die von der Verteidigung benannten Beweismittel eingeführt werden.

Am Ende der Hauptverhandlung hat das Gericht jedoch auch die Option, eine höhere Strafe als die im Strafbefehl enthaltene zu verhängen.

So führte bspw. ein Strafbefehl gegen einen Partner einer größeren Münchener Kanzlei über 150 Tagessätze zu je 200 Euro dazu, dass am Ende der Hauptverhandlung die Strafe erheblich erhöht wurde und er zu sieben Monaten Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilt wurde und als Bewährungsauflage 150 Arbeitsstunden in einer sozialen Einrichtung verrichten sowie insgesamt 36.000 Euro als Geldauflage zu zahlen hatte. Hier entpuppte sich der Einspruch gegen den Strafbefehl also als gewaltiges Eigentor. Besonders tückisch ist es nämlich, dass ein Einspruch gegen den Strafbefehl nach Beginn einer gerichtlichen Hauptverhandlung nicht mehr zurückgenommen werden kann, ohne dass die Staatsanwaltschaft hierzu ihre Zustimmung erteilt.

Gerade dieser Fall (Bericht hier) zeigt deutlich, dass man bei Erhalt eines Strafbefehls sich unbedingt fachkundiger Hilfe bedienen sollte.

Unterstützung im Strafbefehlsverfahren

In Strafsachen berät und verteidigt Sie unser Spezialist für Strafrecht Rechtsanwalt Thorsten Hein in Bad Vilbel. Er hat bereits 2016 seine Fachanwaltsausbildung erfolgreich absolviert und verfügt über einen großen Erfahrungssatz in Strafsachen.

Falls Sie einen Strafbefehl erhalten, zögern Sie nicht (zwei Wochen Einspruchsfrist!), Herrn Rechtsanwalt Hein zu kontaktieren. Gegen einen Pauschalbetrag wird er für Sie gegen den Strafbefehl Einspruch einlegen, Akteneinsicht nehmen, die Akte mit Ihnen gemeinsam ausführlich prüfen und sodann die weitere Verteidigungsstrategie erörtern. Bis zum Beginn einer Hauptverhandlung kann ein Einspruch gegen den Strafbefehl jederzeit ohne Zustimmung der Staatsanwaltschaft zurückgenommen werden.