Wir wünschen allen unseren Mandanten und Lesern ein frohes neues Jahr 2019!

Kaum sind die Feiertage vorbei, fängt die Skisaison erst so richtig an. Und leider mehren sich damit auch die Skiunfälle. Wer aber zahlt, wenn es einmal zu einem heftigeren Zusammenstoß mit Sach- und in aller Regel auch Personenschaden kommt?

Ohne Haftpflichtversicherung sollte man nicht auf die Piste

Grundsätzlich sollte man keine Piste befahren, ohne eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen zu haben. Im Schadensfall dürfte der Ersatz zerrissener Skikleidung noch das geringste Übel sein. Heilbehandlungskosten, Veridenstausfall, Schmerzensgeld und im schlimmsten Fall jahrelange Rentenzahlungen können einen das Haus oder sogar die gesamte Existenz kosten, wenn man nicht ausreichend versichert ist.

Auch für einen eigenen Versicherungsschutz sollte ausreichend gesorgt sein. Denn niemand kann Ihnen versprechen, dass Ihr Unfallgegner für Ihre Schäden ausreichend versichert oder zahlungsfähig ist.

Wonach bemessen sich Schuld und Verschuldensgrad?

Primär stellt sich natürlich die Frage nach der Schuld des Unfallverursachers. Aber ein Mitverschulden des Geschädigten wird stets mitgeprüft. Die Rechtsprechung zieht erst einmal allgemeine Kriterien heran. Stand der Schwierigkeitsgrad in einem angemessenen Verhältnis zu den Erfahrungen und Fähigkeiten des Fahrers? Hätte der Geschädigte durch eigene Schutzmaßnahmen, z. B. Helm statt Mütze, die Unfallfolgen mildern können? Hat der Geschädigte durch eigenes Verhalten den Unfall mitverschuldet?

FIS-Regeln als Anknüpfungspunkt

Die Gerichte nehmen bei ihren Entscheidungen auch Rückgriff auf die Regeln des Weltskiverbandes FIS.

So kann aus der Alpin-Regel 1, keine anderen Ski- und Snowboardfahrer zu gefährden, auch die Pflicht zu einem so genannten Notsturz ergeben. Wiederum andere Fahrer müssen zu vorausfahrenden Fahrern stets ausreichend Abstand halten, um im Falle eines Sturzes oder auch Notsturzes rechtzeitig abbremsen zu können. Damit muss auch jeder nachfahrende Skifahrer rechnen.

Das OLG Brandenburg entschied in seinem Urteil vom 10.01.2006 zum Az. 6 U 64/05 über einen Auffahrunfall wie folgt:

Nach der FIS Nr. 3 musste der von hinten kommende Skifahrer seine Fahrspur so wählen, dass der vor ihm fahrende Skifahrer nicht gefährdet wird. Dabei muss der von hinten kommende Skifahrer immer berücksichtigen, dass der unten Fahrende seine  Fahrspur jederzeit beliebig wechseln kann. Das Skifahren ist eine Sportart der freien Bewegung, wo jeder nach Belieben fahren kann. Vorrang hat stets der vorausfahrende Skifahrer.

[…]

Der von oben kommende Skifahrer hat in vorausschauender Weise mit allen Bewegungen des unten Fahrenden zu rechnen (kurze oder enge oder weite Schwünge, Schrägfahrten und Bögen mit großem Radius, jederzeitigen Richtungswechsel etc.). Danach hat er die Wahl des Sicherheitsabstandes auszurichten. Es gibt keinen Vertrauensgrundsatz dahin, dass der vorausfahrende Skifahrer seine kontrollierte Fahrweise in einem bestimmten Pistenbereich beibehalten werde. Der Vorausfahrende muss sich beim Richtungswechsel nicht nach oben (hangwärts) und schon gar nicht nach hinten orientieren, da er ansonsten auch seiner ihm obliegenden Pflicht (FIS Nr. 3) für ihm vorausfahrende Skifahrer nicht nachkommen kann (Dambeck, a. a. O., Rn. 84; OLG Stuttgart, NJW 1964, 1859). Ein Skifahrer ist nur verpflichtet, Vorgänge innerhalb seines Gesichtsfeldes zu beobachten (FIS Nr. 2).

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