Unternehmensgründung – Gefahr durch Fake-Rechnungen!

Unternehmensgründer kennen es nur zu gut: es steht haufenweise Papierkrieg an. Das fängt bei der Gewerbeanmeldung an, geht über weiter notarielle Urkunden, die gefertigt werden müssen, die Anmeldung zum Handelsregister, ggf. auch eine Anmeldung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK). Möglicherweise meldet sich dann noch der Bundesanzeiger und/oder das Deutsche Patent- und Markenamt oder auch die EUIPO – die Markenbehörder der EU, weil man für sein Unternehmen auch eine bundesweite oder europäische Marke angemeldet hat.

Hinzu kommen zahlreiche Rechnungen, die an diese einzelnen Stellen zu begleichen sind. Dabei kann man schnell den Überblick verlieren, vor allem wenn man sich doch hauptsächlich mit dem wichtigsten beschäftigen möchte: dem Aufbau eines Unternehmens, das sich gut entwickelt, beständig wächst und von dessen Erträgen man seine Mitarbeiter bezahlen und gut leben kann.

Gerade diese Hektik in der Anfangszeit machen sich fiese Trickser oder sogar üble Betrüger zunutze. Sie schicken frisch gegründeten Unternehmen Rechnungen ins Haus, die den Rechnungen von Registergerichten, Markenämtern etc. täuschend ähnlich sehen. In Rechnung gestellt wird häufig ein dreistelliger Betrag. Die Rechnung soll einen durch ihr äußeres Erscheinungsbild und durch ihren Text glauben lassen, dass sie von einer Behörde oder einem Gericht stammt und man sie zahlen muss. Tatsächlicher Hintergrund der Rechnung ist, dass man auf einer privatwirtschaftlich betriebenen Internetseite einen Eintrag erhält, dessen wirtschaftlicher Nutzen nicht selten sehr zweifelhaft ist.

Wer eine solche Rechnung vorschnell bezahlt, sieht sein Geld in der Regel nicht wieder.

Wenn Sie also eine Rechnung erhalten, prüfen Sie lieber ganz genau, ob die Rechnung tatsächlich von dem Absender stammt, wie sie vorgibt. Prüfen Sie anhand dieser Kriterien:

  • Ist der Absender und der Kontoinhaber ein Gericht, eine Behörde oder ein privatwirtschaftliches Unternehmen (e. K., GmbH, UG (haftungsbeschränkt), KG u. Ä.)?
  • Existiert die Absenderadresse tatsächlich? Prüfen Sie es bei Anbietern wie z. B. Google-Maps!
  • Ist die Bankverbindung eine deutsche? (IBAN beginnt mit DE; bei betrügerischen Rechnungen beginnt sie häufig mit BG, CZ, PL, GB o. ä.)
  • Befinden sich auffällig viele Rechtschreibfehler in dem Schreiben?
  • Werden in der Rechnung 19% Umsatzsteuer erhoben? Gerichte und Behörden erheben in aller Regel keine Umsatzsteuer!

Bitte klicken Sie hier, um ein typisches Beispiel für eine solche Fake-Rechnung zu sehen.

Die Rechnung ist mit „Gewerbe & Handelsregister – Gewerbe, Industrie- und Handelsveröffentlichungen“ überschrieben. Rechts ist ein Text aus dem Handelsregister wiedergegeben, wenn auch mit einem Rechtschreibfehler („Esport“ statt „Export“). Weiter angegeben sind das Registergericht und die Handelsregisternummer nebst Eintragungsdatum.

Auf den ersten Blick macht diese Rechnung den Eindruck, dass sie von einem Handelsregistergericht stammt und ein offizieller Eintrag im Handelsregister in Rechnung gestellt wird.

Erst bei genauerem Hinschauen wird klar: die Rechnung stammt von einem Privatunternehmen (e. K.), sie wird lediglich für den Eintrag auf einer Internetseite gestellt (im Text: wir bieten Ihnen an, Ihren Firmendatensatz auf unserer Internetseite xxx.de aufzunehmen“). Es wird Umsatzsteuer erhoben und Zahlungsempfänger ist das besagte Unternehmen der Privatwirtschaft.

Wenn Sie eine Rechnung erhalten, bei der Sie unsicher sind, ob Sie sie zahlen müssen oder ob es sich dabei womöglich um einen Betrugsversuch handelt, lassen Sie sich lieber anwaltich beraten, ehe Sie überweisen. Die anwaltliche Beratung wird Sie im Regelfall deutlich billiger kommen, als der Rechnungsbetrag (hier 728,28 Euro Rechnungsbetrag – eine anwaltliche Erstberatung kostet in der Regel maximal 190,00 Euro zzgl. 19% Mehrwertsteuer).

Bei den Advobaten  stehen Ihnen hierfür in Bad Vilbel Frau Rechtsanwältin Martina Kunze und Frau Rechtsanwältin Jozefina Delic gerne zur Verfügung, in Bad Homburg Frau Rechtsanwältin Nina Hornemann.

Sollten die Polizei Sie verdächtigen, ein „fieser Trickser“ oder „übler Betrüger“ zu sein, verteidigt Sie gerne Herr Rechtsanwalt Thorsten Hein.

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