Praktikumsvergütung – Welchen Anspruch haben Praktikanten?

Gerade beginnt ein neues Semester, was für viele Studenten den Beginn eines Praktikums bedeutet. Sinn und Zweck eines Praktikums ist es, einen Einblick in die Unternehmenspraxis zu erlangen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Viele Praktika nehmen jedoch sehr viel Zeit in Anspruch, weshalb auch die Frage nach der Praktikumsvergütung für die meisten Praktikanten eine wichtige Rolle spielt. Grundsätzlich gilt der Mindestlohn Zur Bestimmung der Vergütung eines Praktikanten gibt es gesetzliche Richtlinien. Zum einen bestimmt das Mindestlohngesetz, dass grundsätzlich jedem 8,84 € Mindestlohn pro geleistete Arbeitsstunde zustehen. Allerdings stellen die meisten Praktika von Studenten, Auszubildenden oder Schülern eine Ausnahme vom Mindestlohn dar. In diesen Fällen richtet sich die Vergütung des Praktikanten nach dem Praktikumsvertrag. Das Mindestlohngesetz ist Anfang 2015 in Kraft getreten. Danach haben auch Praktikanten ausdrücklich Anspruch auf den Mindestlohn i.H.v. 8,84 € / Stunde. Die endgültige Höhe der Vergütung richtet sich nach dem Praktikumsvertrag, wobei der Mindestlohn nicht unterschritten werden darf. Ausnahmen von der Mindestlohnpflicht Allerdings gibt es auch bei der Mindestlohnpflicht für Praktikanten Ausnahmen von der Regel. Es gibt nämlich nach dem Mindestlohngesetz vier Gruppen von Praktika, die nicht unter den Mindestlohn fallen: Das Pflichtpraktikum: Hierunter fallen insbesondere Praktika, die von der Hochschule, Universität oder der Studienordnung vorgeschrieben sind und während des Studiums geleistet werden müssen. Das Schnupperpraktikum
: Ein Schnupperpraktikum ist ein freiwilliges Praktikum, das als Orientierungshilfe dienen soll. Die Mindestlohnpflicht dabei, wenn das Praktikum nicht länger als drei Monate dauert. Erstreckt sich das Praktikum auf einen längeren Zeitraum, fällt es wieder unter die Mindestlohnpflicht. Der Grund dafür liegt darin, dass der Gesetzgeber bei einer längeren Praktikumsdauer davon ausgeht, der Praktikant kann dem Unternehmen einen wirtschaftlichen Beitrag...

BVerfG: Anspruch auf Anpassung einer unangemessenen Urhebervergütung für Übersetzer

BVerfG: Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat zwei Verfassungsbeschwerden gegen Entscheidungen des Bundesgerichtshofs zur Angemessenheit von Übersetzerhonoraren zurückgewiesen. BVerfG: Anspruch auf Anpassung einer unangemessenen Urhebervergütung steht im Einklang mit dem Grundgesetz Nach dem aktuell veröffentlichten Beschluss des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts ist der Anspruch des Urhebers (Übersetzers) auf Anpassung einer unangemessenen Vergütung nach § 32 Abs. 1 Satz 3 UrhG  verfassungskonform. Die Leitsätze der Entscheidung: Der Gesetzgeber darf die durch Art. 12 Abs. 1 GG geschützte Freiheit, das Entgelt für berufliche Leistungen einzelvertraglich zu vereinbaren, durch zwingendes Gesetzesrecht begrenzen, um sozialen oder wirtschaftlichen Ungleichgewichten entgegenzuwirken. Eine Regelung im Urheberrecht, die einen Anspruch auf gerichtliche Kontrolle der Angemessenheit vertraglich vereinbarter Vergütungen für die Werknutzung gewährt, ist mit dem Grundgesetz vereinbar. Zur Höhe der Übersetzerhonorare Die Karlsruher Richter haben damit zwei Verfassungsbeschwerden, die sich gegen Entscheidungen des Bundesgerichtshofs zur Angemessenheit von Übersetzerhonoraren richteten, zurückgewiesen. Die betreffende Regelung verletze nicht die Berufsfreiheit der Verwerter (Verlage) und sie sei auch gerechtfertigt, um dem bestehenden strukturellen Ungleichgewicht zwischen Urhebern (Übersetzern) und Verlagen entgegenzuwirken. Übersetzer fordern – Verlage widersprechen Die beiden Verfassungsbeschwerden des Verlages richteten sich zum einen gegen Regelungen des Urheberrechtsgesetzes, die auf Ansprüche auf angemessene Vergütung und auf gerichtliche Nachprüfung gewährter Ansprüche gerichtet sind. Weiterhin sollten zwei Entscheidungen des BGH angegriffen werden. Angemessene Vergütung mit Nachzahlungspflicht gefordert In diesem Ausgangsverfahren hatten zwei Übersetzer gegen den Verlag, die spätere Beschwerdeführerin, geklagt. Sie hielten ihre Vergütung gem. § 32 Abs. 1 Satz 3 UrhG für unangemessen und begehrten mit der Klage die Anpassung. Der BGH entschied in dem Rechtsstreit, dass die Honorarverträge nicht angemessen seien und die Übersetzer vor allem an den Erlösen der Taschenbuchrechte...