Arbeitsrecht und Streik – Sind Sie informiert?

Wenn die Betreuung ausfällt … In den letzten Tagen hat sich die Aussicht auf den Streik der Erzieherinnen und Erzieher zur Gewissheit entwickelt. Vom Streik sind die kommunalen Kindertagesstätten (Kitas) und Betriebe mit Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes betroffen, in Hessen etwa 1600 Einrichtungen. Viele Eltern fragen sich, wie sie die Betreuung ihrer Kinder und ihre Berufstätigkeit nun unter einen Hut bringen können. Nadine Kipp, Mitarbeiterin im Notariat von Martina Kunze, hat eine 4-jährige Tochter – und möglicherweise ein Betreuungsproblem. Im Gespräch mit der Fachanwältin für Arbeitsrecht bei den Advobaten, Ute Tünnermann-Kasch, hat sie Antworten auf Ihre wichtigsten und brennendsten Fragen erhalten. Darf ich zu Hause bleiben, wenn die Kita geschlossen hat? Ute Tünnermann-Kasch: Grundsätzlich dürfen Sie zu Hause bleiben. Aus der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers für den Arbeitnehmer ergibt sich in diesem Fall, dass Ihnen grundsätzlich weder eine Abmahnung noch eine Kündigung drohen. Allerdings ist das nur dann der Fall, wenn die Eltern vorher dem Chef rechtzeitig Bescheid sagen, sodass er Ersatz beschaffen könnte. Es gilt also: Je früher, desto besser! Im Moment besteht das Problem darin, dass der Streik kurzfristig anberaumt wurde. Wir befinden uns allerdings in einer „Grauzone“, was die Rechtzeitigkeit angeht. Jedenfalls ist es wichtig, nicht einfach unentschuldigt zu Hause zu bleiben. Streik gilt als höhere Gewalt. Betroffene Eltern können sich darauf berufen und versuchen, Urlaub zu nehmen. Erst mit der Genehmigung durch den Arbeitgeber ist der Anspruch auf den Urlaub rechtlich abgesichert. Was kann ich tun, wenn der Urlaub nicht genehmigt wird? Darf ich mein Kind mit ins Büro nehmen? Ute Tünnermann-Kasch: Prinzipiell dürfen Sie Ihr Kind nicht mit an Ihren Arbeitsplatz nehmen. Auch hier gibt...