Amtshaftungsansprüche nach Adoption

Das OLG Hamm hat ein Schadensersatzbegehren von Eltern gegen die beklagte Stadt wegen mangelnder Aufklärung über den Alkoholmissbrauch der leiblichen Mutter des adoptierten Kindes aufgrund Verjährung abgelehnt. Ein Amtshaftungsanspruch aufgrund mangelnder Aufklärung durch das Jugendamt hinsichtlich des Alkoholmissbrauchs der leiblichen Mutter verjährt innerhalb von drei Jahren, nachdem die Adoptiveltern von den Voraussetzungen Kenntnis erlangt haben. Adoption und Alkoholsucht der leiblichen Mutter Im vorliegenden Fall hatten die Eltern Anfang 1990 ein 9 Monate altes Mädchen adoptiert. Nachdem bei dem Mädchen in den ersten Jahren Entwicklungsrückstände und auditive Wahrnehmungsstörungen festgestellt worden sind, wurde Ende 2007 ein durch Alkoholmissbrauch der leiblichen Mutter während der Schwangerschaft verursachtes Fetales Alkoholsyndrom diagnostiziert. Das Versorgungsamt stellte 2008 einen 70 %igen Grad der Behinderung fest und die Eltern wurden zu Betreuern ihrer nicht geschäftsfähigen, mittlerweile volljährigen Tochter bestellt. Die Eltern haben daraufhin die Stadt auf Schadensersatz in Höhe von € 100.00 verklagt. Sie behaupteten, bei der Beratung durch das Jugendamt über den regelmäßigen Alkoholkonsum der leiblichen Mutter während der Schwangerschaft und die möglichen Folgen nicht aufgeklärt worden zu sein, anderenfalls hätten sie von der Adoption Abstand genommen. Aufgrund der dreijährigen Verjährungsfrist und der Tatsache, dass die Eltern bereits Ende 2007 von der Ursache der Beeinträchtigungen erfahren hatten, wurde die Klage jedoch letztendlich abgewiesen. (OLG Hamm, Urteil vom 03. Juli 2013, 11 U...