Grundbuchberichtigung auch ohne Erbschein

Sofern sich die Erbfolge aus einem notariellen Testament ergibt, kann eine aufgrund eines Erbfalls notwendige Grundbuchberichtigung auch ohne Erbschein erfolgen. Mit seinem Beschluss vom 26.07.2013 hat das OLG Hamm (Az.: 15 W 248/13) eine Zwischenverfügung des Grundbuchamtes Warendorf abgeändert, nach dem das Grundbuchamt den Erblassern aufgegeben hat, ihre Erbenstellung durch Erbschein nachzuweisen. Der Wille der Erblasser und … In dem gegenständlichen Sachverhalt hatten sich die Erblasser in einem notariellen Erbvertrag wechselseitig zu Alleinerben und ihre beiden Kinder zu Nacherben zu jeweils 1/2 eingesetzt. Nachdem beide Elternteile verstorben waren, beantragten die Kinder aufgrund des Erbvertrages die Eigentumsumschreibung im Grundbuch. Aufgrund des nicht widerspruchsfreien Wortlautes verlangte das Grundbuchamt trotz des notariellen Erbvertrages die Vorlage eines Erbschein. … die weite Auslegung des Erbvertrags Die Richter des Oberlandesgerichtes Hamm sahen das anders: Richtig sei zwar, dass nicht klar sei, ob die Kinder nur Schlusserben nach dem letztversterbenden Ehegatten sein sollten. Es sei auch denkbar, dass eine Vor- und Nacherbfolge bereits beim Tod des erstversterbenden Ehegatten eintreten sollte. Allerdings müsse vorliegend diese Unklarheit nicht aufgeklärt werden, da die weitere Auslegung des Erbvertrages, in dem auch die Rede von „unseren Kindern“ ist, zu dem Ergebnis führe, dass auch bei Annahme einer Vor- und Nacherbschaft nach dem erstversterbenden Elternteil zusätzlich eine Schlusserbeneinsetzung der Kinder nach dem letztversterbenden Elternteil gewollt war. Ihre Fragen zum Erben und Vererben, zu Testament und Erbvertrag beantwortet Rechtsanwältin Martina Kunze. Mehr zum Erbrecht: Erben und Vererben richtig...