Ihre Rechte nach einem annullierten Flug

Aufgrund der Insolvenz einiger Fluggesellschaften werden derzeit in Deutschland täglich bis zu 50 Flüge annulliert. Viele Fluggäste wissen nicht, welche Rechte ihnen in einem solchen Fall zustehen und welche Schritte einzuleiten sind. In folgendem Beitrag erfahren Sie, worauf Sie achten sollten und in welchem Fall Sie Schadensersatz verlangen können.   Welche Rechte haben Betroffene? Gemäß der EU-Fluggastrechte-Verordnung muss eine Fluggesellschaft seine Kunden mindestens zwei Wochen vor Abflug über eine Annullierung des konkreten Flugs informieren. Beträgt diese Frist jedoch weniger als zwei Wochen, gelten nachfolgende Regelungen: Wird der Fluggast 14 bis 7 Tage vor dem geplanten Flug über die Annullierung informiert, muss ihm ein Alternativflug angeboten werden. Dieser Alternativflug darf nicht mehr als zwei Stunden vor der geplanten Abflugzeit starten und nicht mehr als 4 Stunden nach der ursprünglich vorgesehenen Ankunftszeit ankommen. Wird der Betroffene weniger als 7 Tage vor dem geplanten Flug über die Annullierung informiert, muss ihm ein alternativer Flug angeboten werden, der nicht mehr als eine Stunde vor der geplanten Abflugzeit startet und nicht mehr als zwei Stunden nach der ursprünglich vorgesehenen Ankunftszeit ankommt. Hält sich die Fluglinie an diesem Rahmen, stehen Ihnen keine Ausgleichszahlungen zu. Wenn Ihr Ersatzflug mit einer größeren Verspätung abfliegt oder landet, als oben angegeben und Sie nicht rechtzeitig Bescheid bekommen, haben Sie Anspruch auf Entschädigung. In diesem Fall oder wenn dem Betroffenen seitens der Fluggesellschaft überhaupt kein Alternativflug angeboten wird, steht Ihnen nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung neben dem Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises folgender pauschale Schadensersatz zu: • ca. 250 € für eine Flugstrecke bis zu 1500 km • ca. 400 € für eine weitere Strecke innerhalb der EU oder bis zu 3500 km • ca. 600...

Schadensersatz wegen falscher Haarfarbe

Viele Frauen kennen das Gefühl nach einem Frisörbesuch nicht wirklich zufrieden zu sein. Eine Frau war derart verärgert, dass sie gegen ihren Frisörsalon Klage eingereicht hat. Hinzu kommt, dass es sich bei der Frisörbesucherin um ein international tätiges Model handelte, für die sich die Folgen einer falschen Haarfarbe auch finanziell auswirken könnten. Der Sachverhalt Die junge Frau arbeitet als Model. Sie hatte sich nach mehreren Beratungsgesprächen dazu entschlossen, ihre Haare zu färben und mit selbst mitgebrachten Haarteilen zu verdicken. Sie klagte vor dem Landgericht Köln (Urt. v. 14.07.2017 Az. 4, O 381/16) und verlangte Schadensersatz. Der Frau wurden die Haare offensichtlich falsch gefärbt. Anstatt eines gold-braun Tons waren ihre Haare rötlich. Die Haare des Models sind nachweislich durch die Behandlung derart dauerhaft geschädigt, dass eine Nachbesserung, also in dem Fall eine Überdeckung der falschen Haarfarbe mit der gewünschten Farbe, nicht möglich sei. Die junge Frau wurde laut eigener Aussage nicht nur optisch verändert, sondern auch seelisch belastet. Sie habe aufgrund des Zustandes im Hinblick auf ihre Karriere stressbedingte Akne bekommen. Aufgrund der falschen Haarfarbe, sind dem Model Aufträge entgangen. Die falsche Haarfarbe ist juristisch betrachtet eine mangelhafte Leistung gemäß § 633 Abs. 2, S. 1 BGB. Zwar ist in einem solchen Fall ist theoretisch eine Nachbesserung möglich, allerdings schlug diese vorliegend fehl. Da das Haar der jungen Frau durch das Färben bereits stark geschädigt wurde, war eine Überfärbung nicht mehr möglich. Das Model brachte zu dem Frisörtermin auch Haarteile mit, die in ihr eigenes Haar eingearbeitet werden sollten, sodass die Haare fülliger aussehen. Auch diese Haarteile wurden falsch eingefärbt, wodurch dem Model ein weiterer materieller Schaden entstand. Dreierlei Schäden...