Geschenkt ist geschenkt! Die vorweggenommene Erbfolge.

Bei vielen Menschen besteht der Wunsch, das im Verlauf eines menschlichen Lebens angesammelte Vermögen bereits zu Lebzeiten an die jüngere Generation weiterzugeben. Vorweggenommene Erbfolge? Eine gute Überlegung. Es geht um die Überlassung von Grundeigentum wie etwa einer Eigentumswohnung oder eines Hausgrundstücks. Wenn die Schenkung mit Rücksicht auf eine zukünftige Erbfolge stattfindet, spricht man von „vorweggenommener Erbfolge“. Individuell entscheiden Es gibt zahlreiche Varianten, wie eine Schenkung vonstattengehen kann. Nießbrauch Eine Möglichkeit ist der Nießbrauch. Dabei wird die Immobilie unter dem Vorbehalt übertragen, dass der Schenker das Objekt weiterhin umfassend nutzen kann. Es wird dann ein lebenslanger Nießbrauch für ihn eingerichtet. Der Schenker darf das Haus ganz oder auch teilweise selbst bewohnen oder auch vermieten. Regelungsbedarf besteht für die Lastenverteilung. Nach dem Gesetz trägt der Schenker (Nießbraucher) die gewöhnlichen Lasten, während der Beschenkte (Eigentümer) die außergewöhnlichen Lasten übernimmt. Hier sind abweichende vertragliche Vereinbarungen sinnvoll – auch aus steuerlichen Aspekten heraus. Wohnrecht Eine weitere Alternative ist das Wohnrecht als eine Form der persönlichen Dienstbarkeit. Es gewährt ein begrenztes Nutzungsrecht an einem Gebäude oder an einem Teil davon. Der Beschenkte hat als im Grundbuch eingetragener Eigentümer die vollumfängliche Verfügungsmacht über das geschenkte Objekt, d. h. er kann es verkaufen oder auch belasten. Er muss den Schenker von seinen Vorhaben mit dem geschenkten Objekt nicht informieren. Wenn der Schenker sich allerdings ein Mitspracherecht einräumen möchte, kann er dies durch eine ausdrückliche vertragliche Vereinbarung tun oder durch die Eintragung einer Vormerkung im Grundbuch absichern lassen. Der Schenker erlangt dadurch ein Rückforderungsrecht, das er ausüben muss. Dann kann er das Haus zurückverlangen. Allerdings kann der Schenker das geschenkte Objekt nicht mehr verkaufen und ohne die Zustimmung...