Die Aufbewahrung einer letztwilligen Verfügung

Erblasser sollten sich auch Gedanken darüber machen, wie die Auffindbarkeit der letztwilligen Verfügung sicherzustellen ist. Wo bewahre ich mein eigenhändiges Testament auf? Das handschriftlich ausgefertigte Testament kann zu Hause aufbewahrt werden. Allerdings besteht dabei die Gefahr, dass das Testament bei Eintritt des Erbfalls nicht gefunden wird. Es kann auch sein, dass das Testament nicht zur Eröffnung eingereicht wird. Ein eigenhändiges Testament sollte – um sicher zu gehen – beim Nachlassgericht in die besondere amtliche Verwahrung gegeben werden. Notariell beurkundete letztwillige Verfügungen werden verwahrt Demgegenüber wird das notariell beurkundete Testament immer in die besondere amtliche Verwahrung gegeben. Dafür sorgt der Notar, bei dem das Testament verfasst wurde. Für den Erbvertrag gilt grundsätzlich ebenfalls – da notariell beurkundet – die Verwahrung beim Nachlassgericht. Auf Wunsch des Erblassers und der am Erbvertrag Beteiligten ist aber auch ein Ausschluss der amtlichen Verwahrung möglich. Der Erbvertrag wird dann nicht beim Nachlassgericht verwahrt, sondern verbleibt bei dem beurkundenden Notar. Gebühren für die amtliche Verwahrung Für die besondere amtliche Verwahrung und für die Eröffnung der Verfügung von Todes wegen fallen Gebühren an. Die Höhe der Gebühr richtet sich nach dem Wert des Nachlasses. Es empfiehlt sich, gegebenenfalls beim Nachlassgericht die Gebühr zu erfragen. Zentrales Testamentsregister bei der Bundesnotarkammer Der Vorteil der amtlichen Verwahrung besteht darin, dass ein Testament nicht verlorengehen kann. Und es wird nach dem Tod des Erblassers nicht übersehen, denn durch das automatische Benachrichtigungssystem erfährt das zuständige Nachlassgericht nach dem Tod des Erblassers von der Existenz der letztwilligen Verfügung. Zuständig ist die Bundesnotarkammer, bei der das Zentrale Testamentsregister geführt wird. Die Bundesnotarkammer prüft das Register bei allen Todesfällen automatisch auf vorhandene Erbverträge oder Testamente...

Das gemeinschaftliche Testament als Kopie rechtswirksam?

Verfügung von Todes wegen Eine Verfügung von Todes wegen ist das Testament. Damit kann der Erblasser selbst bestimmen, wer im Fall seines Todes über seine Vermögenswerte verfügen darf. Letztwillige Verfügung in Kopie? Das OLG Naumburg hatte in einem Rechtsstreit (2 Wx 41/12) die Frage zu klären, ob die Kopie eines gemeinschaftlichen Testaments eine wirksame letztwillige Verfügung darstellt. In dem Fall stritten vier Kinder um das Erbe. Es lagen mehrere Testamente vor. Nach dem Tod des Vaters beantragt eine seiner Töchter aufgrund seines Testaments aus dem Jahr 1996 einen Alleinerbschein. Dagegen wandten sich die anderen Kinder des Erblassers und bezogen sich auf ein späteres gemeinschaftliches Testament der Eltern aus dem Jahr 1997, in dem alle Kinder als Erben eingesetzt worden waren. Dieses Testament konnte jedoch nur in Kopie vorgelegt werden. Nach Ansicht des OLG war das Testament von 1996 wirksam durch das gemeinschaftliche Testament aus dem Jahr 1997 widerrufen worden. Nach dieser Entscheidung kann folglich der Nachweis für die Wirksamkeit des Testaments auch durch Zeugenaussagen erbracht werden. Die Vorlage der Originalurkunde ist nicht zwingend erforderlich. Ist das Original nicht mehr auffindbar, wird dadurch das Testament nicht automatisch widerrufen. In dem Fall stellte die Kopie des gemeinschaftlichen Testaments eine wirksame letztwillige Verfügung dar. Erbvertrag Der Erbvertrag ist eine weitere erbrechtliche Gestaltungsmöglichkeit. Während jedoch ein rechtswirksamer Erbvertrag zwingend von einem Notar beurkundet werden muss, kann ein Testament bei einem Notar errichtet werden. Wissenswertes zum Testament – Einzeltestament, gemeinschaftliches Testament Wird das Testament eigenhändig errichtet, dann muss der gesamte Wortlaut vom Testamentsersteller, dem Testierenden, eigenhändig aufgeschrieben werden. Außerdem sind Ort- und Datumsangabe erforderlich und eine eigenhändige Unterschrift. Ein Testament kann als Einzeltestament oder...