Gestatten: T. M. Waldmeister

Naturverbundenheit bei der Namensgebung: „Waldmeister“ wird der Lächerlichkeit preisgegeben. Die Eltern hatten bei der Namensgebung für ihren im Jahr 2010 in Bremen geborenen Sohn eine besondere Auswahl getroffen. Nach dem Wunsch der Eltern sollte das Kind die Vornamen T. M. Waldmeister tragen. Weder Pflanze noch Beruf als Name verwendbar Nachdem zuvor das Standesamt die Beurkundung des Namens im Familienbuch verweigert hatte – nachdem sogar ein Gutachten hierfür in Auftrag gegeben worden war – schlossen sich das Amtsgericht Bremen und das Hanseatische Oberlandesgericht dieser Entscheidung an. Gutachterlich wurde festgestellt, dass „Waldmeister“ vor allem eine Pflanze ist. Es ist eine Geschmacksrichtung in Getränken und die Bezeichnung für Speiseeis. Und „Waldmeister“ ist auch ein Beruf. Elterliches Sorgerecht und Kindeswohl Jedenfalls war man sich in allen Instanzen einig, dass Waldmeister kein Vorname sein kann. Die verantwortungsvolle Namensgebung gehört zum elterlichen Sorgerecht. Wenn die Namensgebung aber dazu führt, dass der Namensträger der Lächerlichkeit preisgegeben wird, kann das elterliche Sorgerecht auch eingeschränkt werden. Davon hat das Gericht hier Gebrauch gemacht und die grundsätzlich freie Namensgebung zu Gunsten des Kindeswohls korrigiert (OLG Bremen, Beschluss v. 20.06.2014, 1 W 19/14). Rechtsanwältin Claudia Knöppel ist Ihre Ansprechpartnerin im...