Wirtschaftsmediation für innovative Nachfolgeregelungen in Einzel- und Familienunternehmen

Nachfolger gesucht! Nach aktuellen Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn werden im Zeitraum 2014 bis 2018 etwa 135.000 Unternehmen zur Übergabe anstehen, jährlich sind das bis Ende 2018 etwa 27.000 Unternehmensnachfolgen. Von diesen Unternehmensübertragungen oder –nachfolgen sind etwa 2 Millionen Beschäftigte betroffen. Dabei hat sich die Anzahl der Nachfolgen gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöht, was vor allem auf die demografische Entwicklung – d. h. auf die zunehmende Alterung der Gesellschaft zurückzuführen ist. Vom Senior auf den Junior? Wer für den Generationswechsel im Unternehmen einen familieninternen Nachfolger findet, kann sich glücklich schätzen. Wegen der anstehenden Änderungen der geltenden Erbschaftssteuer haben zahlreiche Familienunternehmen kurzfristig die Übergaben innerhalb der Familien vollzogen. Allerdings fehlt es bei Übernahmen innerhalb der Familie nicht selten an der erforderlichen professionellen Erfahrung und an der gut strukturierten Übergabeplanung. Immerhin vollziehen sich über die Hälfte der Nachfolgen innerhalb der Familie, während 29 Prozent der Übergaben an externe Personen erfolgen und in etwa 17 Prozent der Unternehmensnachfolgen werden Mitarbeiter für den Chefsessel vorgesehen. Verantwortung erkennen In den allermeisten Fällen geht es bei Unternehmensnachfolgen um Emotionen und um ein ganzes Lebenswerk. Hinter Konflikten stehen deshalb oft unternehmerische und persönliche Interessen. Um dem Wunsch nach Anerkennung und Würdigung der Leistung des Unternehmers gerecht zu werden, sollte der Nachfolgeprozess möglichst transparent geführt werden. Denn besonders im Familienunternehmen sind unternehmerische und familiäre Verantwortung eng miteinander verknüpft. Vertrauen schaffen durch die Wirtschaftsmediation Beim Zusammentreffen von unterschiedlichen Interessenlagen ist die begleitende Inanspruchnahme eines Mediationsverfahrens zu empfehlen. Konflikte können frühzeitig analysiert werden. Außerdem gewährleistet der Wirtschaftsmediator eine   zukunftsorientierte Lösung, bei der unternehmerische Gesichtspunkte im Fokus der Beratung stehen. So wird für die Unternehmensnachfolge die Planungssicherheit gewährleistet und eine...

Eine Frage der Gerechtigkeit …

Erbschaftssteuereinnahmen: 5,3 Millionen Nach einer Schätzung des Bundesfinanzministeriums sind im Jahr 2014 immerhin 5,3 Milliarden Euro an Erbschaftssteuer gezahlt worden. Auch wenn die Steuer vom Bund erhoben wird, fließt sie vollständig in die Haushalte der Länder. Bundesfinanzhof erhebt verfassungsrechtliche Bedenken In dem aktuellen Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht ging es um die Erbschafts- und Schenkungssteuer beim Übergang von Betrieben auf die Erben und um die vorhandenen Steuervorteile. Denn für die Vererbung von Betrieben gelten in Deutschland Sonderregelungen. Der Bundesfinanzhof hatte in diesem Zusammenhang das Bundesverfassungsgericht angerufen und einen Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgebot gerügt. Zu unspezifisch? Das bis dato geltende Erbschaftssteuerrecht beinhaltet Steuervergünstigungen für den Betriebsübergang mit dem Ziel, Unternehmen – auch klein- und mittelständische Betriebe – zu erhalten und die Arbeitsplätze zu sichern. Denn wenn ein Betrieb vererbt oder auch verschenkt wird, fällt Erbschafts- oder Schenkungssteuer an. Wenn diese Zahlungen ein vorhandenes Budget überschreiten, kann das die Veräußerung des Unternehmens, Entlassungen nach sich ziehen oder es können wichtige Investitionen nicht getätigt werden. Die Stärkung der Familienunternehmen Ein kleiner Einblick in das deutsche Steuerrecht – es sind die §§ 13a, 13 b des Erbschaftssteuergesetzes – soll beim Verständnis der Entscheidung des BVerfG helfen. Die wichtigsten bisherigen steuerlichen Vorteile für Unternehmen waren bislang, dass 85 Prozent des geerbten Betriebsvermögens nicht besteuert wird. Das gilt für den Fall, dass der Betrieb mindestens fünf Jahre weitergeführt wird und die Gesamthöhe der ausgezahlten Löhne sich in diesem Zeitraum nicht wesentlich verringert, d. h. die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Eine gänzliche Steuerbefreiung ist gesetzlich dann vorgesehen, wenn das Unternehmen mindestens sieben Jahre weitergeführt wird und die Lohnsumme über diese Zeitspanne gleich bleibt, d. h. auch hier, wenn...