Advobaten Recht gemütlich

Die Advobaten laden herzlich ein zu der Veranstaltung Recht gemütlich am 26. September 2017 um 19 Uhr in die Büroräume, Parkstraße 1, 61118 Bad Vilbel. Nach einem kurzen Vortrag zum Thema „Garantie und Gewährleistung beim Autokauf und Autoverkauf“ gibt es in entspannter Atmosphäre die Möglichkeit, den anwesenden Advobaten im persönlichen Gespräch Fragen zu verschiedenen Rechtsgebieten zu stellen, Anmeldungen bitte per Email an rechtgemuetlich@advobaten.de oder per Telefon unter 06101 988600.

Weniger Arbeitszeit – weniger Urlaubsanspruch?

EuGH zu Teilzeitbeschäftigungen und Urlaubsanspruch Bereits im Jahr 2013 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass sich die Anzahl der Urlaubstage bei Übergang in eine Teilzeitbeschäftigung nicht verringern darf. Der EuGH hatte in einer derartigen Kürzung eine Diskriminierung gesehen. Bundesarbeitsgericht teilt Rechtsauffassung des EuGH Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat die Rechtsauffassung des EuGH nun in seiner aktuellen Rechtsprechung umgesetzt. Der Arbeitnehmer behält seinen vollen Urlaubsanspruch, wenn er von Voll- in Teilzeit wechselt. Keine anteilige Kürzung des Urlaubsanspruchs In dem entschiedenen Fall ging es um einen Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Nach dem Wechsel von einer Vollzeittätigkeit in Teilzeit arbeitete er anstatt der bisher fünf, noch vier Tage wöchentlich. Während der Vollzeittätigkeit hatte er seinen Urlaub in Höhe von 30 Tagen nicht angetreten. Von Seiten des Arbeitgebers hieß es, dass dem Mitarbeiter nach dem Wechsel in die Teilzeitbeschäftigung nunmehr 24 Urlaubstage zustünden. Der Mitarbeiter hielt die Kürzung für unzulässig und erhielt vor dem Arbeitsgericht Frankfurt zunächst Recht. Das Landesarbeitsgericht wies die Klage daraufhin ab. Die darauffolgende Revision vor dem Bundesarbeitsgericht war erfolgreich. BAG: Wechsel darf sich nicht nachteilig auswirken Die Regelungen im TVöD verstoßen gegen das Diskriminierungsverbot von Teilzeitbeschäftigten. Wenn der Mitarbeiter vor dem Wechsel von der Voll- in die Teilzeitbeschäftigung den Urlaub tatsächlich nicht in Anspruch nehmen kann, darf der Arbeitgeber den Jahresurlaub nicht im Verhältnis zur Teilzeittätigkeit kürzen. Der Arbeitgeber sollte in diesen Fällen möglichst darauf drängen, dass der Beschäftigte den Urlaub vor dem Wechsel nimmt. Grundsätzlich soll sich der Wechsel in die Teilzeitbeschäftigung nicht nachteilig auswirken, so das Bundesarbeitsgericht. Was Sie noch fragen wollten … Zur neuen Rechtsprechung und zu weitergehenden Urlaubsansprüchen wie dem gesetzlichen Mindesturlaubsanspruch oder einem arbeitsvertraglichen...

EuGH stärkt die Rechte von homosexuellen Lebenspartnerschaften

Homosexuelle Arbeitnehmer, die eine der Ehe vergleichbare rechtliche Lebenspartnerschaft mit einem gleichgeschlechtlichen Partner eingehen – in Frankreich als ziviler Solidaritätspakt bezeichnet – müssen von ihrem Arbeitgeber die gleichen Vergünstigungen erhalten wie verheiratete Arbeitnehmer. Der kleine Unterschied ist erheblich Im vorliegend durch den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg entschiedenen Rechtsstreit erhielten die Angestellten einer französischen Bank nach tarifvertraglicher Vereinbarung zur Hochzeit Sonderurlaubstage und eine Gehaltsprämie. Allerdings galt der Tarifvertrag nicht für gleichgeschlechtliche Paare. Der Kläger des französischen Ausgangsverfahrens ist Angestellter des Kreditinstituts Crédit agricole mutuel, das Arbeitnehmern im Fall der Eheschließung tarifvertraglich Sonderurlaubstage und eine Gehaltsprämie gewährt. Dem homosexuellen Kläger, der mit seinem gleichgeschlechtlichen Partner keine Ehe – die zum maßgeblichen Zeitpunkt noch Paaren unterschiedlichen Geschlechts vorbehalten war –, sondern einen zivilen Solidaritätspakt (PACS) geschlossen hatte, wurden diese Vergünstigungen verweigert. Dagegen klagte der Bankmitarbeiter vor den französischen Gerichten. Der Europäische Gerichtshof möge entscheiden … Das französische Kassationsgericht, das über die Einhaltung der Vorschriften der Gesetzgebung wacht, hatte zu diesem Thema den EuGH im Vorabentscheidungsverfahren angerufen. Die Anfrage lautete, ob die unterschiedliche Behandlung von verheirateten Arbeitnehmern und denjenigen, die einen zivilen Solidaritätspakt geschlossen haben, mit der Gleichbehandlungsrahmenrichtlinie vereinbar sei. Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung Die Luxemburger Richter sahen in der tarifvertraglichen Beschränkung eine unmittelbare Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung. Die Situation von Personen, die eine Ehe schließen, und die von Personen gleichen Geschlechts, die einen zivilen Solidaritätspakt eingehen, sei hinsichtlich der Gewährung der fraglichen Vergünstigungen vergleichbar. Keine Rechtfertigung durch einen zwingenden Grund des Allgemeininteresses Eine ungünstigere Behandlung sei auch durch keinen in der Gleichbehandlungsrahmenrichtlinie vorgesehenen zwingenden Grund des Allgemeininteresses gerechtfertigt. Daher stünde das Unionsrecht der angefochtenen Bestimmung des Tarifvertrags entgegen. (Urteil des...