Advobaten Recht gemütlich

Die Advobaten laden herzlich ein zu der Veranstaltung Recht gemütlich am 26. September 2017 um 19 Uhr in die Büroräume, Parkstraße 1, 61118 Bad Vilbel. Nach einem kurzen Vortrag zum Thema „Garantie und Gewährleistung beim Autokauf und Autoverkauf“ gibt es in entspannter Atmosphäre die Möglichkeit, den anwesenden Advobaten im persönlichen Gespräch Fragen zu verschiedenen Rechtsgebieten zu stellen, Anmeldungen bitte per Email an rechtgemuetlich@advobaten.de oder per Telefon unter 06101 988600.

Mitverschulden, Zurechnung, Verantwortlichkeit – Basics für Architekten und Bauherren

Verantwortlichkeiten von Bauherr und Architekt In einem kürzlich vom Bundesgerichtshof (BGH) entschiedenen Rechtsstreit ging es um eine interessante Konstellation. Die Frage: Muss sich der Bauherr ein schuldhaftes Verhalten des Architekten dann zurechnen lassen, wenn eine Planänderung auf Betreiben des Bauherrn in Absprache mit dem Bauunternehmer erfolgt ist und der Architekt die Änderung in der Planungsverantwortung übernimmt? Der Unternehmer hatte den Bauherrn auf Werklohn für geleistete Fassadenarbeiten in Höhe von etwa 60.000 Euro in Anspruch genommen. Der Bauherr rügte Mängel. Worum geht es? Zu den Einzelheiten: Der Bauherr hatte schon vor Ausführung der Arbeiten den Wunsch geäußert, die vertikalen Fugen aus ästhetischen Gründen schmaler als vorgesehen auszubilden. Der Architekt des Bauherrn kontaktierte daraufhin den Hersteller und klärte die Realisierbarkeit der Änderungen. Architekt, Bauherr und Bauunternehmer verständigten sich schließlich auf eine von der Planung abweichende Breite der Vertikalfugen. Die Fugen an der Fassade wurden allerdings mangelhaft ausgeführt. Glasfassadenentscheidung, Zurechnung, Quote … Der BGH verweist hier auf die sog. Glasfassadenentscheidung. Ein schuldhaftes Verhalten des mit der Planung beauftragten Architekten ist dem Bauherrn (Besteller) zuzurechnen, wenn dieser im Lauf der Bauausführung fehlerhafte Anordnungen erteilt und dadurch von der ursprünglichen Planung abgewichen wird. Dem steht es nach Ansicht der BGH gleich, wenn auf Betreiben des Architekten der Bauunternehmer mit dem Bauherrn eine Änderungsvereinbarung trifft und der Architekt die Verantwortung für die Planung übernimmt. In der genannten Entscheidung hatte der Architekt diese Verantwortung. Ihm war auch nach dem Bauvertrag die Genehmigung der Ausführungsdetails vorbehalten. Die Planungsfehler des Architekten muss sich der Bauherr daher im Fall geltend gemachter Mängelbeseitigungsansprüche mit einer Quote von einem Drittel anrechnen lassen. Sehr lesenswerte Entscheidung: BGH Urteil v. 16.10.2014, Az.: VII...