Verkehrskontrollen – nichts sagen und nicht unterschreiben!

Es ist Weihnachtszeit und damit auch die Zeit der Weihnachtsfeiern und vieler abendlicher gemeinsamer Essen oder Spaziergängen über Weihnachtsmärkte mit Freunden. Nicht selten fühlen sich Menschen auch nach Alkoholkonsum während solcher Anlässe immer noch fit. Sie geraten dann in die Versuchung, trotz ihres Alkoholkonsums mit dem Auto nach Hause zu fahren – hoffend, nicht in eine Polizeikontrolle zu geraden oder dass der eigene Blutalkoholwert aufgrund des Zeitablaufs und der parallel reichlich konsumierten Speisen und Süßigkeiten wieder unter 0,5 ‰ gesenkt hat.

Was tun, wenn man doch mit zu viel Blutalkohol erwischt wird?

Wenn man erwischt wird, muss man versuchen, einen klaren Kopf zu behalten. Sobald die Polizei anhand Ihrer Augen oder des Alkoholgeruchs in Ihrem Atem oder im Auto auch nur merkt, dass Sie Alkohol getrunken haben könnten, werden Sie verdächtigt, eine Ordnungswidrigkeit oder sogar eine Verkehrsstraftat begangen zu haben. Ab diesem Moment ist die Polizei nur noch eins: Ihr erbitterter Gegner, der Sie auf jeden Fall überführen möchte. Für Sie geht es dann schlimmstenfalls darum, die Fahrerlaubnis für mehrere Monate, wenn nicht sogar ein Jahr oder länger zu verlieren.

Nichts sagen – nicht unterschreiben – nicht urinieren – aber auch keinen Widerstand leisten!

Ihnen bleibt dann nur eines: zeigen Sie den Polizisten den Führerschein, den Fahrzeugschein und ggf. auch den Personalausweis, wenn es verlangt wird. Ansonsten schweigen Sie einfach. Lassen Sie sich auch auf keinen Fall zum Reden überreden, insbesondere nicht durch Drohungen, dass Sie es nur schlimmer machen, wenn Sie nichts sagen. Wenn Sie in einen Atemalkoholtester pusten sollen – verweigern Sie es einfach! Sie müssen nicht pusten, dazu kann Sie niemand zwingen!
Wenn Sie einen Urintest machen sollen – weigern Sie sich! Wenn Sie mit Gewalt dazu gezwungen werden sollten, dürfen Sie sich auch einfach wegdrehen und das Uringefäß absichtlich verfehlen.
Wenn Ihnen mit einem Tuch Schweiß von der Stirn gewischt werden soll, drehen Sie sich weg und sagen Sie, dass Sie das verweigern.

Wenn Sie Glück haben, lässt man Sie weiterfahren. Wenn nicht, werden Sie aufs Revier mitgekommen – das wäre aber nach einem positiven Atemalkoholtest o. Ä. ohnehin passiert.

Auf der Polizeistation schweigen Sie weiter und verweigern Sie jedwede Unterschrift. Bestehen Sie darauf, mit einem Rechtsanwalt telefonieren zu dürfen und wenden Sie sich an einen Strafverteidiger. Wenn ein Arzt kommt, um Blut abzunehmen, unterhalten Sie sich nicht mit ihm! Er schreibt für die Polizei haargenau auf, was Sie ihm erzählen. Leisten Sie beim Blutabnehmen keinen Widerstand, wenn der Arzt dies erledigt. Möchte hingegen ein Polizeibeamter bei Ihnen die Nadel ansetzen – zum Glück kommt dies äußerst selten vor –, haben Sie ein Notwehrrecht. In der Regel werden die Polizisten Ihnen zwar physisch überlegen sein. Aber sie sollten wenigstens äußern, dass Sie auf einer Blutentnahme durch einen Arzt bestehen.
Kontaktieren Sie spätestens nach der Kontrolle einen Strafverteidiger. Dieser wird Akteneinsicht nehmen und dann insbesondere prüfen, ob die Blutentnahme ordnungsgemäß war oder unverwertbar ist. Wenn Sie die obigen Ratschläge befolgen, steigern Sie in aller Regel die Erfolgschancen für Ihren Strafverteidiger.

Für verkehrsstrafrechtliche Angelegenheiten und für Bußgeldsachen steht Ihnen Herr Rechtsanwalt Thorsten Hein als Spezialist für Strafrecht zur Verfügung.

Sie erreichen ihn nur in besonders dringenden Notfällen (Festnahme, Mitnahme zur Polizei, ggf. auch Durchsuchung oder Haft) außerhalb der üblichen Bürozeiten unter seiner Verteidiger-Notrufnummer 069/401547591, ansonsten unter 06101/988600 sowie unter willkommen@advobaten.de.

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