Schadensersatz wegen falscher Haarfarbe

Viele Frauen kennen das Gefühl nach einem Frisörbesuch nicht wirklich zufrieden zu sein. Eine Frau war derart verärgert, dass sie gegen ihren Frisörsalon Klage eingereicht hat. Hinzu kommt, dass es sich bei der Frisörbesucherin um ein international tätiges Model handelte, für die sich die Folgen einer falschen Haarfarbe auch finanziell auswirken könnten.

Der Sachverhalt

Die junge Frau arbeitet als Model. Sie hatte sich nach mehreren Beratungsgesprächen dazu entschlossen, ihre Haare zu färben und mit selbst mitgebrachten Haarteilen zu verdicken. Sie klagte vor dem Landgericht Köln (Urt. v. 14.07.2017 Az. 4, O 381/16) und verlangte Schadensersatz.

Der Frau wurden die Haare offensichtlich falsch gefärbt. Anstatt eines gold-braun Tons waren ihre Haare rötlich. Die Haare des Models sind nachweislich durch die Behandlung derart dauerhaft geschädigt, dass eine Nachbesserung, also in dem Fall eine Überdeckung der falschen Haarfarbe mit der gewünschten Farbe, nicht möglich sei. Die junge Frau wurde laut eigener Aussage nicht nur optisch verändert, sondern auch seelisch belastet. Sie habe aufgrund des Zustandes im Hinblick auf ihre Karriere stressbedingte Akne bekommen. Aufgrund der falschen Haarfarbe, sind dem Model Aufträge entgangen.

Die falsche Haarfarbe ist juristisch betrachtet eine mangelhafte Leistung gemäß § 633 Abs. 2, S. 1 BGB. Zwar ist in einem solchen Fall ist theoretisch eine Nachbesserung möglich, allerdings schlug diese vorliegend fehl. Da das Haar der jungen Frau durch das Färben bereits stark geschädigt wurde, war eine Überfärbung nicht mehr möglich.

Das Model brachte zu dem Frisörtermin auch Haarteile mit, die in ihr eigenes Haar eingearbeitet werden sollten, sodass die Haare fülliger aussehen. Auch diese Haarteile wurden falsch eingefärbt, wodurch dem Model ein weiterer materieller Schaden entstand.

Dreierlei Schäden

Sowohl der die eigenen falsch eingefärbten Haare, als auch für die mitgebrachten Haarteile kann die Frau laut Landgericht eine Entschädigung in Geld nach § 253 Abs. 2 BGB verlangen. Hinzu kommen entgangene Gewinne, da das Model Verdiensteinbußen aufgrund entgangener Aufträge nachweisen konnte.

Zunächst wurde seitens des Gerichts eine grundsätzliche Feststellung der Ersatzpflicht des Frisörsalons bestätigt. Die exakte Höhe der ihr zustehenden Zahlungen wird jedoch noch ermittelt. Der bislang angegebene Streitwert lag jedoch bereits bei 50.000 €.

 

Haben Sie Fragen zum Thema und vielleicht eine Möglichkeit Schadensersatz zu verlangen? In Fragen des Schadensrechts beraten Sie gerne die Rechtsanwältinnen Nina Hornemann, Jozefina Delic und Rechtsanwalt Thorsten Hein.

 

 

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