Wer ein Martinshorn hört, darf bremsen!

Sachverhalt:

Zwei Fahrzeuge stehen wegen einer roten Ampel an einer roten Kreuzung. Als die Ampel auf Grün schaltet, fahren beide Fahrzeuge an. Die Fahrerin des vorderen Fahrzeugs vernimmt ein Martinshorn und bremst. Das hintere Fahrzeug fährt auf. An der Unfallstelle selbst fuhr dann kein Einsatzfahrzeug vorbei.

Wer haftet?

Wer ohne zwingenden Grund stark abbremst, handelt verkehrswidrig. Dies war hier aber nicht der Fall. Im vorliegenden Fall zahlte die Versicherung des Auffahrenden 2/3 des Unfallschadens, sah aber ein Mitverschulden bei der Vorausfahrenden.

Zu Unrecht, urteilte das Landgericht Hamburg. Wer ein Martinshorn höre, der muss sich „schnellstmöglich Kenntnis darüber verschaffen, von wo aus sich das mit Sonderrechten fahrende Fahrzeug annähert“, führt das Landgericht in seinem Urteil aus. Dabei genügt es, wenn man nur ein Martinshorn höre. Hingegen komme es nicht darauf an, ob tatsächlich ein Einsatzfahrzeug die Unfallstelle in der Folge passiere.

Diese Urteil wurde vom Landgericht Hamburg getroffen und kann hier nachgelesen werden.

Bei der Schadensabwicklung von Verkehrsunfällen und auch für die Verteidigung gegen Bußgeldbescheide oder verkehrsstrafrechtliche Vorwürfe helfen Ihnen gerne Frau Rechtsanwältin Jozefina Delic und Herr Rechtsanwalt Thorsten Hein.

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