Advobaten Recht gemütlich

Die Advobaten laden herzlich ein zu der Veranstaltung Recht gemütlich am 26. September 2017 um 19 Uhr in die Büroräume, Parkstraße 1, 61118 Bad Vilbel. Nach einem kurzen Vortrag zum Thema „Garantie und Gewährleistung beim Autokauf und Autoverkauf“ gibt es in entspannter Atmosphäre die Möglichkeit, den anwesenden Advobaten im persönlichen Gespräch Fragen zu verschiedenen Rechtsgebieten zu stellen, Anmeldungen bitte per Email an rechtgemuetlich@advobaten.de oder per Telefon unter 06101 988600.

Rechte und Pflichten beim Fahrradfahren

Sobald das Wetter schöner ist, schwingen sich die Deutschen gerne auf ihr Fahrrad. Aber auch als Radfahrer haben Sie Rechte und Pflichten, die Ihnen bekannt sein sollten.

 

Altersbegrenzungen

Bis zum vollendeten 8. Lebensjahr müssen Kinder die Fußwege zum Fahrradfahren benutzen, wobei sie von einer geeigneten Aufsichtsperson (die wiederum mindestens 16 Jahre alt sein muss) begleitet werden kann. Bis zum vollendeten 10. Lebensjahr dürfen Kinder die Fußgängerwege benutzen. Dabei sollte aber immer besondere Rücksicht auf Fußgänger genommen werden.Ältere Kinder sollten – wie auch Erwachsene – am Straßenrand fahren.

 

Arm ausstrecken beim Abbiegen ?

Grundsätzlich müssen Sie während des Abbiegens den Arm nicht in die Richtung strecken, in die Sie abbiegen. Insbesondere wenn die Lenksicherheit z.B. beim Linksabbiegen auf einer großen Kreuzung durch den ausgestreckten Arm beeinträchtigt wird, sollten Sie Ihren Arm lieber wieder an den Lenker führen. Das Armausstrecken dient dazu, andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere Autofahrer über ihr geplantes Abbiegen zu informieren und dient somit ihrer persönlichen Sicherheit – eine Pflicht dazu besteht aber nicht.

 

Alkohol & Fahrradfahren

„Ich will heute Abend etwas trinken und fahre daher mit dem Fahrrad.“ Diese Aussage hat nahezu jeder bestimmt schon einmal gehört. Allerdings sollte nach Alkoholgenuss weder Auto noch das Fahrrad im Verkehr genutzt werden. Wird ein Radfahrer nach übermäßigem Alkoholkonsum im Straßenverkehr erwischt, riskiert er seinen Führerschein, auch wenn er „nur“ mit dem Fahrrad unterwegs war. Die absolute Fahruntüchtigkeit eines Fahrradfahrers liegt bei 1,6 Promille. Bei über 1,6 Promille kann Ihnen also der Führerschein ohne Weiteres entzogen werden, wenn Sie mit dem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs sind. Wer diesen Wert nicht erreicht, kann sich aber trotzdem strafbar machen, sofern das Fahrrad (aufgrund des Alkoholeinflusses) nicht mehr sicher geführt werden kann. Ein Führerscheinentzug droht dann allerdings noch nicht. Um sicher zu gehen, sollten Sie nur dann Fahrrad fahren, wenn Sie unter 0,3 Promille liegen. Gegen eine Radtour zum Biergarten mit Feierabendbier spricht also aus rechtlicher Sicht nichts.

 

Nebeneinander fahren

Grundsätzlich sollen Fahrradfahrer nicht nebeneinander fahren, sondern hintereinander. Wenn es der Verkehr jedoch zulässt, spricht nichts gegen das Nebeneinanderfahren mehrerer Radfahrer.

 

Tempolimits

Insbesondere in Spielstraßen müssen Fahrradfahrer sich an die angegebenen Tempolimits halten. Generell sollte nicht schneller gefahren werden, als in der jeweiligen Verkehrssituation und aufgrund der individuellen Fähigkeiten angemessen ist. Dies ist besonders bei sogenannten Pedelecs oder E-Bikes zu beachten, da diese Geschwindigkeiten erreichen können, die bei Benutzung mit ungeeigneter Kleidung (insb. Schuhen) oder ohne Helm schnell sehr gefährlich werden können.

 

Abstand zum Fahrbahnrand

Fahrradfahrer sollen möglichst weit rechts fahren, jedoch nicht so weit, dass kleine Schlenker bereits zu einem Sturz führen. Als Richtwert kann dazu 70 cm genannt werden. Von parkenden Autos sollten Sie als Radfahrer mindestens so viel Abstand halten, dass die Tür des Autos unproblematisch geöffnet werden kann (bis zu 1,5 m).

 

Handy & Musik beim Fahrradfahren

Die Nutzung des Handys ist beim Fahrradfahren nicht erlaubt und kann mit bis zu 25 € Bußgeld geahndet werden. Ohrstöpsel zum Musikhören sind beim Radfahren zwar nicht verboten, wenn jedoch nachweisbar ist, dass dadurch der Verkehr nicht mehr richtig wahrgenommen werden kann und daraus schlimmstenfalls ein Unfall resultiert, kann strafrechtlich ein Bußgeld folgen und zivilrechtlich ein Mitverschulden angenommen werden.

 

Spezielle Verkehrszeichen

Sofern ein Fahrradweg ausgeschildert ist (rundes Schild: weißes Fahrrad auf blauem Grund), sind Radfahrer verpflichtet diesen Radweg auch zu nutzen und gerade nicht auf der Straße zu fahren. Es sollte selbstverständlich sein, dass Ampeln, die für Autos gelten gleichwohl für Fahrradfahrer gelten. Überfährt ein Radfahrer eine rote Ampel, erhält er dafür einen Punkt in Flensburg. Beim Zebrastreifen müssen Sie als Fahrradfahrer absteigen und schieben. Nur dann sind Autofahrer auch verpflichtet, anzuhalten. Der weit verbreitete Irrglaube, dass Radfahrer einen Zebrastreifen auch fahrend überqueren dürfen, ist zum Teil begründet. Es gibt nämlich auch besonders ausgeschilderte Radfahrerüberwege neben Zebrastreifen – in diesem Fall können Sie als Radfahrer guten Gewissens über die Straße rollen.

 

In verkehrsrechtlichen Fragen berät Sie gerne Rechtsanwältin Jozefina Delic.

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