Das Testament – Wie Sie es richtig machen

Warum sollte man überhaupt testieren ?

Ein Testament zu verfassen ist kein Muss – jedoch in vielen Fällen sinnvoll. Jedem ist selbst überlassen, ein Testament zu
verfassen oder es zu lassen. Gibt es bei einem Todesfall kein Testament, so gilt die gesetzliche Erbfolge. Entspricht diese jedoch nicht dem eigentlichen Willen des Erblassers, sollte dieser vor seinem Tod ein Testament aufsetzen, um sicherzustellen, dass der Nachlass auch an die richtigen und geliebten Personen fällt. Auch wenn ein Teil des Vermögens zum Beispiel an eine Stiftung oder an eine Universität gehen soll, kann dies im Testament festgelegt werden. Insbesondere wenn die Vermögensverhältnisse eher kompliziert sind, ist ein Testament oft sinnvoll und vereinfacht den Hinterbliebenen den Umgang mit dem Nachlass.

Wie kann ich ein Testament verfassen ?

  • Eigenhändiges Testament
    Die wohl bekannteste und klassische Form der Testamentserrichtung ist das eigenhändige und handschriftliche Testament. Dabei ist wichtig, dass Sie Ort und Datum der Errichtung auf das Dokument schreiben. Auch eine Überschrift, wie z.B. „Testament“ oder „Mein letzter Wille“ sollte zeigen, dass es sich bei dem Dokument um ein Testament handelt. Schließlich muss der Verfasser am Ende als Abschluss des letzten Willens die persönliche Unterschrift setzen. Erst dann ist das Testament rechtsfähig. Wichtig ist insbesondere die Eigenhändigkeit. Diese liegt nur vor, wenn Sie wirklich selbst mit einem Stift auf einem Papier schreiben – ein am Computer oder an einer Schreibmaschine getipptes und lediglich eigenhändig unterschriebenes Testament ist ungültig. Das Gleiche gilt, wenn jemand anderes als Sie selbst den Text verfasst und Sie lediglich unterschrieben. Grundsätzlich gilt beim Testieren: Formulieren Sie klar und eindeutig und stellen Sie sicher, dass ihr letzter Wille für die Nachwelt eindeutig aus dem Dokument hervorgeht. Wer sich im Hinblick auf das richtige Formulieren unsicher ist, kann einen Notar oder einen Fachanwalt für Erbrecht um Hilfe bitten.
  • Notarielles / Öffentliches Testament

    Bei dem notariell beurkundeten Testament gibt es – wie meistens Vor- und Nachteile. Positiv daran ist, dass der Notar garantiert, dass das Testament rechtlich einwandfrei und jedenfalls wirksam ist. Außerdem sparen sich Hinterbliebene im Todesfall die Kosten des Ausstellens eines Erbscheins, sodass sie als Erben anerkannt werden. Allerdings kann es zu Problemen kommen, wenn Sie spätere Änderungen vornehmen wollen. Falls Sie das notariell beurkundete Testament widerrufen wollen, sollten Sie es aus der amtlichen Verwahrung nehmen und selbst vernichten.

Voraussetzungen zum Testieren

Um ein Testament aufzusetzen muss man „testierfähig“ sein. Das bedeutet, die rechtliche Fähigkeit, ein Testament zu verfassen. In Deutschland können bereits Menschen ab einem Alter von 16 Jahren vor dem Notar ein Testament (= sog. öffentliches Testament) errichten. Diese Alterseinschränkung soll sicherstellen, dass sich der Verfasser/ die Verfasserin sich über die mögliche Tragweite der Entscheidung bewusst ist. Ab 18 Jahren darf jeder seinen letzten Willen eigenhändig und ohne Notar verfassen. Die Testierfähigkeit ist dann nicht mehr gegeben, wenn die geistige Urteilsfähigkeit und somit auch die Rechtsfähigkeit (z.B. durch Demenz) von zwei Ärzten festgestellt wurde. Im Nachhinein kann ein Testament angefochten werden, wenn der Testierende zum Zeitpunkt der Errichtung nicht testierfähig war. Nach dem Todesfall ist so etwas jedoch schwer nachzuweisen. Daher empfiehlt es sich, vor der Errichtung eines Testaments neurologisch feststellen zu lassen, dass die Testierfähigkeit noch gegeben ist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Testament ?

Der Schritt ein Testament zu verfassen, geht immer mit Gedanken einher, die sich mit der Endlichkeit des Lebens und mit dem Tod beschäftigen. Da das vielen Menschen unangenehm oder gar ein Tabu-Thema ist, wird das Errichten eines Testaments oft lange vor sich herschoben. Als Notarin empfehle ich Ihnen jedoch, möglichst früh ein Testament zu errichten, selbst wenn Sie sich noch bester Gesundheit erfreuten. Das Gute an einem handschriftlichen Testament ist nämlich, dass es ganz einfach durch ein neues handschriftliches Testament widerrufen werden kann.

Änderung / Widerruf eines Testaments

Wer bereits ein Testament verfasst har, kann es jederzeit wieder abändern. Die Voraussetzungen dabei sind die selben, wie beim ersten Aufsetzen eines Testaments: Der Verfasser muss testierfähig sein, das Testament eigenhändig errichten, unterschrieben,… Wenn Sie Ihr Testament ändern möchten, sollten Sie nicht Ihr „altes“ Testament verbessern, das Datum ändern und einzelne Passagen streichen, sondern schlichtweg ein neues Dokument errichten und das alte vernichten. Damit können Sie sichergehen, dass Ihr Wille am Ende auch durchgesetzt wird und es nicht zu Missverständnissen kommt.

Aufbewahrungsort für ein Testament

Verbreitet ist die Auffassung, dass man ein Testament in der Schreibtischschublade zu Hause aufbewahrt. Damit überlässt der Erblasser es jedoch mehr oder weniger dem Zufall, ob jemand das Testament findet oder nicht und insbesondere besteht dabei auch die Gefahr, dass sich der Finder dadurch benachteiligt fühlt und es heimlich vernichtet. Die bessere Variante ist, das Testament direkt beim Nachlassgericht zu hinterlegen oder es demjenigen anzuvertrauen der im Todesfall am meisten davon profitiert.

Für weitere Fragen zum Thema Testament steht Ihnen Notarin und Rechtsanwältin Martina Kunze gerne zur Verfügung!

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