Wie verhalte ich mich bei einem Verkehrsunfall richtig ?

Bei einem Unfall verliert man schnell die Nerven.

Daher ist es wichtig, sich eine Checkliste zurechtzulegen – ob schriftlich oder im Kopf -, die einem dabei hilft, im Ernstfall richtig vorzugehen.

 

Eigensicherung

Als erstes sollten Sie sich um die Eigensicherung kümmern. Dazu sollten Sie in jedem Fall die Warnblinkanlage einschalten und Ihr Warndreieck aufstellen.

Notruf tätigen

Anschließend verschaffen Sie sich einen Überblick über die Unfallsituation und tätigen einen Notruf. Dabei sollten Sie sich an die fünf „W“-Fragen halten: 
Was ist passiert? Wo ist es passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Verletzungen sind vorhanden? Wer meldet den Unfall? Beim Absetzen eines Notrufs sollten Sie möglichst ruhig reden und die Rückfragen der Notrufstelle abwarten.

Erste Hilfe leisten

Nachdem Sie den Notruf abgesetzt haben, sollten Sie versuchen, soweit erforderlich, erste Hilfe zu leisten.

Kontaktdaten sammeln

Anschließend sollten Kontaktdaten von Beteiligten und Zeugen gesammelt werden. Häufig verlassen nichtbeteiligte Zeugen den Unfallort noch vor Eintreffen der Polizei und sind im Nachhinein nicht mehr zu ermitteln. Falls es später zu Streitigkeiten oder ungeklärten Fragen kommt, können Zeugen eine wichtige Rolle spielen. Daher ist es wichtig, möglichst viele Zeugendaten zu sammeln.

Unfallbericht anfertigen

Wenn Sie diese Punkte erledigt haben, sollten Sie sich mittels des „Europäischen Unfallberichts“ ein Unfallprotokoll und eine Unfallskizze anfertigen und Fotos von der Unfallstelle machen. Den Europäischen Unfallbericht können Sie problemlos im Internet finden, ausdrucken und in Ihr Handschuhfach legen. Mit Hilfe des Europäischen Unfallberichts vergessen Sie nichts. Am Ende lassen Sie den Bericht bestenfalls von allen Beteiligten unterschreiben.

Haben Sie sich strafbar gemacht ?

Falls Sie selbst im Verdacht stehen, bei dem Unfall eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit begangen zu haben, denken Sie daran, dass Sie ein Aussageverweigerungsrecht haben. Machen Sie dennoch eine Aussage, sollten Sie das Unfallprotokoll, das die Polizei meist noch am Unfallort anfertigt, durchlesen und stets dahingehend überprüfen, dass sämtliche Fakten aufgenommen wurden.

Möglichkeit des Schuldanerkenntnisses

Auch wenn Sie den Unfall verursacht haben, besteht für Sie keine Pflicht, noch am Unfallort ein Schuldanerkenntnis abzulegen oder zu unterschreiben. Ein abgegebenes Schuldanerkenntnis kann nämlich nur sehr schwer wieder zurückgenommen werden und es droht Ärger mit der Versicherung. Sollte die Gegenseite jedoch bereits am Unfallort die Schuld an dem Unfall einräumen und damit ein Schuldanerkenntnis liefern, ist dies nur zu Ihren Gunsten.

Abschleppen des Unfallwagens

Schließlich gilt es zu klären, wohin Ihr Fahrzeug – im Falle eines Schadens – abgeschleppt werden soll. Bei einem Totalschaden werden nur die Kosten bis zur nächsten Werkstatt gedeckt. Bei einem Teilschaden und Einschalten der Kaskoversicherung wird meist nur ein Teil der Kosten erstattet. Daher sollten Sie sich in diesem Fall noch vor dem Abschleppen mit Ihrer Kaskoversicherung in Verbindung setzen.

Insbesondere als Geschädigter sollten Sie schnellstmöglichst einen Anwalt einschalten, der sich für Sie einsetzt und Ihnen hilft, Ihre Schadensersatzansprüche geltend zu machen. In diesem Fall muss die gegnerische Versicherung auch die Kosten Ihres Anwalts tragen.

 

In Fragen des Schadensrechts berät Sie gerne Rechtsanwältin Jozefina Delic.

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