Advobaten Recht gemütlich

Die Advobaten laden herzlich ein zu der Veranstaltung Recht gemütlich am 26. September 2017 um 19 Uhr in die Büroräume, Parkstraße 1, 61118 Bad Vilbel. Nach einem kurzen Vortrag zum Thema „Garantie und Gewährleistung beim Autokauf und Autoverkauf“ gibt es in entspannter Atmosphäre die Möglichkeit, den anwesenden Advobaten im persönlichen Gespräch Fragen zu verschiedenen Rechtsgebieten zu stellen, Anmeldungen bitte per Email an rechtgemuetlich@advobaten.de oder per Telefon unter 06101 988600.

Aktien – Meine Rechte und Pflichten als Aktionär

Höchstwahrscheinlich sind Sie mit dem Begriff „Aktie“ schon häufig konfrontiert worden und wissen, dass es sich hierbei um ein Wertpapier handelt. Doch was ist eine Aktie genau, welchen Zweck hat sie und welche Rechte und Pflichten habe ich als Aktionär? Dieser Artikel soll diesbezüglich einige Grund-Informationen liefern.

 

Die Aktie

Sämtliche großen wirtschaftlichen Aktivitäten oder Pläne erfordern eine oft beachtliche Menge an Kapital, die eine einzelne Person oder eine Gruppierung nicht alleine aufbringen könnte. Daher nutzen viele große Unternehmen die Chance, am Kapitalmarkt Gelder zu generieren, um ihre Ziele langfristig zu erreichen, indem sie in der Rechtsform der AG firmieren. Hierbei werden im Rahmen eines Börsengangs Aktien ausgegeben, sodass interessierte Anleger sich entscheiden können, an diesem Unternehmen zu partizipieren oder nicht. Vereinfacht gesagt sind Aktien somit handelbare Unternehmensanteile. Die Aktie vermittelt hierbei die volle Mitgliedschaft an der AG.

 

Rechte des Aktionärs

Die Rechte des einzelnen Aktionärs ergeben sich im Wesentlichen aus dem Aktiengesetz und der jeweiligen Satzung des Unternehmens. Für viele Aktionäre stehen hierbei meistens das Recht auf Gewinnbeteiligung und das Recht an der Hauptversammlung teilzunehmen, im Vordergrund.

1. Teilnahme an der Hauptversammlung

Jeder Aktionär hat grundsätzlich das Recht, an der alljährlichen Hauptversammlung teilzunehmen und auch hier zu Wort zu kommen. Voraussetzung hierfür ist jeweils, dass eine entsprechende Anmeldung im Vorfeld vorgenommen wurde.Bei der Hauptversammlung wird auch entschieden, ob und inwieweit der Bilanzgewinn ausgeschüttet werden soll. Die AG ist hierzu zwar nicht verpflichtet, entscheidet sie sich jedoch dafür, kommt jedem Aktionär ein Teil dieses Gewinnes entsprechend seiner Beteiligung zu. Hierbei ist ein wesentlicher Unterschied, ob der jeweilie Gewinn auf Vorzugs- oder Stammaktien entfällt, da Vorzugsaktien mit einem Vorzug bei der Gewinnverteilung ausgestattet sind, jedoch, anders als die Stammaktien, kein Stimmrecht vermitteln.

2. Stimmrecht

Dank ihres Stimmrechts können Aktionäre nämlich beispielsweise entscheiden, ob und wie der Bilanzgewinn verwendet werden soll, wie der zunkünftige Unternehmenskurs aussehen soll oder ob dem Vorstand sowie dem Aufsichtsrat eine Entlastung zu erteilen ist oder nicht. Eine solche Entlastung hat größtenteils symbolische Wirkung und sagt aus, ob man dem jeweiligen Organ der AG noch für die Zukunft vertraut und das alte Verhalten billigt oder eben nicht, was meistens sehr stark das Image einer AG beeinflussen kann.

3. Auskunftsrecht

Ein weiteres Recht eines jeden Aktionärs ist das Auskunftsrecht. Dieses Recht soll sicherstellen, dass der Aktionär, der seine Rechte größtenteils auf der Hauptversammlung ausübt, über alle wichtigen Angelegenheiten der AG informiert ist, um eventuell sein Stimmrecht aufgrund fundierter Informationen auszuüben. Meistens wird dies relevant, wenn das Ergebnis des letzten Geschäftsjahres präsentiert wird, Prognosen für die kommenden Monate aufgestellt werden oder die weiteren Pläne der AG besprochen werden. Hierzu ist zu erwähnen, dass der Aktionär Fragen stellen darf, die wahrheitsgemäß beantwortet werden müssen.

4. Bezugsrecht

Abschließend ist hierbei noch das sog. Bezugsrecht eines Aktionärs zu würdigen, welches dem Aktionär garantiert, dass er im Falle einer Kapitalerhöhung der AG Aktien erwerben kann, um seinen bisherigen Anteil an der AG nicht „verwässern“ zu lassen.

 

Pflichten des Aktionärs

Nachdem nun einige der wichtigsten Rechte vorgestellt wurden, soll nun erläutert werden, welche Pflichten für einen Aktionär existieren.

1. Bezahlung der Aktie(n)

Die Hauptpflicht eines Aktionärs ist es, dass er die von ihm gehaltenen Aktien bezahlt, was mit einer Einlage auf der Grundkapital der Aktie geschieht. Tut er dies nicht, drohen Strafzinsen, Schadensersatz oder gar eine Vertragsstrafe. Die wesentlichen finanziellen Pflichten sind damit bereits erfüllt. Ein Aktionär ist somit nicht dazu verpflichtet, weiteres Kapital nachzuschießen, falls die AG in eine Schieflage geraten sollte.

2. Treuepflicht

Darüberhinaus ist die sog. Treuepflicht eines jeden Aktionärs zu beachten, die besagt, dass ein Aktionär nicht entgegen den Interessen der AG oder der anderen Aktionäre handeln darf, nur um seine Stellung zu verbessern

3. Sonstige Pflichten

Weitere Pflichten der Aktionäre sind meist in der AG eigenen Satzung enthalten. Ein Beispiel hierfür ist, dass meistens die Altaktionäre im Falle eines Börsenganges die Aktien nicht direkt verkaufen dürfen, da sichergestellt sein soll, dass der Börsenkurs der AG nicht in den Abgrund stürzen soll.

In gesellschaftsrechtlichen Themen berät Sie gerne Rechtsanwältin und Notarin Martina Kunze oder Rechtsanwalt Thorsten Hein.

 

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