Gesetzliche Regelungen zu Arbeitszeiten

Laut den Arbeitgeberverbänden sollen Arbeitszeiten flexibler gestaltet werden können. Daher wurde ihrerseits die Einführung einer maximalen Wochenarbeitszeit anstelle einer maximalen Stundenzahl pro Tag. Im Hinblick auf den digitalen Wandel der Arbeitswelt sei der klassische 8-Stunden-Tag nicht mehr zeitgemäß. Den Arbeitgeberverbänden stehen die Gewerkschaften gegenüber, die an den bisherigen Regelungen festhalten wollen. Welche Regelungen das genau sind, erfahren Sie in folgendem Beitrag.

 

Die Arbeitszeit an Werktagen: 8-Stunden-Tag gilt nicht immer

Im deutschen Arbeitsrecht gilt grundsätzlich Vertragsfreiheit. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer mit seinem Arbeitgeber mittels eines Arbeitsvertrags vereinbart, wie viel gearbeitet wird und welcher Lohn dafür gezahlt werden soll. In einem Arbeitsvertrag wird dann meistens die Anzahl der Arbeitsstunden pro Woche festgelegt. Bei einer 5-Tage-Woche wären das bei 8 Stunden am Tag also 40 Wochenarbeitsstunden. Grundsätzlich müssen Überstunden nur dann geleistet werden, wenn eine Vereinbarung darüber in Vorfeld getroffen wurde. Allerdings gibt es hierbei auch Ausnahmen; wenn zum Beispiel eine wichtige Arbeit dringend erledigt werden muss, kann der Arbeitgeber auch ohne vertragliche Regelungen Überstunden anordnen.

Die Vertragsfreiheit ist dennoch begrenzt. Durch das Arbeitszeitgesetz ist eine tägliche Höchstarbeitszeit von 8 Stunden festgelegt. Vorübergehend kann die Stundenanzahl auf bis zu 10 Stunden erhöht werden. Diese Mehrarbeit muss aber auch wieder ausgeglichen werden, sodass letztlich eine durchschnittliche Höchstarbeitszeit von 8 Stunden am Tag geleistet wird. Arbeitsrechtlich zählt auch der Samstag zu den Werktagen. Daher sind pro Woche also 48 Stunden möglich.

Jeder hat aber sicherlich schon einmal von 24- oder gar 48-Stunden Schichten (z.B. im Krankenhaus) gehört. Gerade bei Bereitschaftsdiensten kann mittels eines Tarifvertrags auf legale Weise von den Regelungen des Arbeitszeitgesetzes abgewichen werden. Voraussetzung dazu ist, dass sich die Gewerkschaft und die Arbeitgeber bzw. der Arbeitgeberverband darüber einig sind.

 

Pausenregelungen

Gesetzliche Regelungen gibt es auch im Hinblick auf die arbeitsfreien Zeiten. So ist nach spätestens 6 Stunden Arbeit eine Pause von mindestens 30 Minuten vorgeschrieben. Bei einem Arbeitstag ab 9 Stunden beträgt die Mindestruhepause 45 Minuten. Dabei gilt zu beachten, dass die Pausenzeiten nicht zur Arbeitszeit dazuzählen. Wer seinen Arbeitstag also um 8:30 Uhr beginnt, kann nicht vor 17 Uhr nach Hause gehen. Im Arbeitszeitgesetz ist darüberhinaus bestimmt, dass nach der täglichen Arbeit eine Ruhezeit von 11 Stunden am Stück abgehalten werden muss.

 

Sonn- & Feiertage

An Sonn- und Feiertagen gilt gemäß dem Arbeitszeitgesetz ein generelles Arbeitsverbot. Dabei gibt es jedoch wieder einige Ausnahmen. Menschen, die zum Beispiel im Krankenhaus oder einem Pflegeheim tätig sind, müssen sich auch an solchen Tagen um die Patienten und die pflegebedürftigen Senioren kümmern. Ähnliches gilt im Gastgewerbe, im öffentlichen Nahverkehr und beim Rundfunk. Arbeitet man in einem Beruf, an dem auch an einem Sonntag gearbeitet werden muss, besteht aber dennoch ein Anspruch auf einen Ersatzruhetag. Dieser muss dem Arbeitnehmer dann innerhalb von 14 Tagen gewährt werden. Handelt es sich bei dem betreffenden Tag um einen Feiertag, hat der Arbeitgeber ganze 8 Wochen Zeit, um einen Ersatzruhetag zu gewähren.

 

Auf dem Gebiet des Arbeitsrechts berät Sie gerne Rechtsanwältin Ute Tünnermann-Kasch

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