Recht weihnachtlich

Wenn an Heiligabend endlich alle Geschenke gekauft und eingepackt sind und der Bescherung entgegengefiebert wird, hat der ein oder andere womöglich Zweifel, ob die ausgesuchten Geschenke den Liebsten tatsächlich gefallen. Wenn dem Gatten der schicke neue Pulli vom Herrenausstatter nicht passt, wenn die Gemahlin statt eines tollen Küchengerätes lieber Schmuck unter dem Weihnachtsbaum vorgefunden hätte und der Schwiegermutter die zugegebenermaßen kitschige Kristallvase absolut nicht gefällt… Dann muss man sich nach den Festtagen notgedrungen ans Umtauschen machen. Problematisch ist dabei allerdings, dass die Geschäfte nicht zum Umtausch verpflichtet sind.

Rücknahmepflicht des Händlers

Nur wenn Waren tatsächlich Mängel aufweisen, ist der Händler dazu verpflichtet, sie entweder zurücknehmen oder den Defekt zu beheben. Hier wäre das gegeben, wenn der Pullover ein Loch hätte oder die Vase einen Sprung. In allen anderen Fällen beruht der Umtausch aber auf Kulanz, wobei sich die meisten Geschäfte und Versender als großzügig erweisen. Um wirklich sicherzugehen, sollte man aber bereits beim Kauf die genauen Regelungen im jeweiligen Geschäft hinsichtlich eines Umtauschs erfragen oder sich ggf. die Umtauschmöglichkeit auf dem Kassenzettel bestätigen lassen.

Bestellungen beim Versandhandel über das Internet – Fernabsatzverträge

Gerade weil in der Vorweihnachtszeit die Einkaufsstraßen und -zentren übermäßig voll sind, tendieren immer mehr Leute dazu, die Weihnachtsgeschenke online zu bestellen um sie sich bequem nach Hause liefern zu lassen. Dabei könnte es allerdings zu Enttäuschungen unterm Weihnachtsbaum kommen, wenn die bestellten Artikel nicht rechtzeitig zum Fest geliefert wurden. Trifft ein Geschenk tatsächlich erst nach Heiligabend beim Käufer ein und hat dieser dann doch am Morgen des 24. ein anderes Geschenk besorgt, muss man die verspätet eingetroffene Ware wenigstens nicht behalten. Anders als nach einem Einkauf im normalen Einzelhandel könne die Ware bei solchen Fernabsatzverträgen innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt ganz ohne Angabe von Gründen zurückgeschickt werden. Lediglich einige n gArtikel wie z.B. verderbliche Lebensmittel sind von diesem Widerrufsrecht nicht erfasst.

Spezielle Regelungen bei Gutscheinen

Beim wohl eher unpersönlichen Verschenken eines Warengutschein, kann das Risiko umgangen werden, dass dem Beschenkten die Weihnachtsgabe nicht gefällt. Rechtliche Relevanz hat bei den meisten solcher Gutscheine ein aufgedrucktes Verfallsdatum. Nach Ablauf der Frist ist der Gutschein jedoch nicht gänzlich wertlos. Der Gutschein kann nach Fristablauf zwar nicht mehr gegen Waren eingetauscht werden, jedoch ist der Händler bis zum Ende des dritten Jahres nach dem Ausstellungsdatum verpflichtet, den Geldwert des Gutscheins zu erstatten. Dabei dürften 25 bis 30 Prozent des Wertes einbehalten werden, um den entgangenen Gewinn auszugleichen. Mangelt es an einem Verfallsdatum auf dem Gutschein, ist das Papier im Regelfall drei Jahre gültig. Dabei ist es irrelevant, wer den Gutschein schließlich einlöst, obgleich er für eine bestimmte Person ausgestellt wurde.

Schadensfälle durch Brände in der Advents- und Weihnachtszeit

christmas-candle-1900641_1920Rund 38 Millionen Euro zahlen die deutschen Versicherer in jedem Jahr für Schadensfälle in der Advents- und Weihnachtszeit.
Insbesondere Brände, die von brennenden Kerzen auf Adventskränzen oder Weihnachtsbäumen ausgehen, sind eine häufige Ursache von Brandschadensfällen in der (Vor-)Weihnachtszeit.
Daher sollte man brennende Kerzen nie ohne Aufsicht lassen und sowohl Adventskränze, als auch Tannenbäume auf feuerfeste Unterlagen platzieren. Darüber hinaus sollten Feuerlöscher, Sand oder Wasser für den Notfall bereitstehen. Nicht nur Kerzen, sondern auch unsachgemäß angebrachte oder falsch bestückte Lichterketten können einen Wohnungsbrand verursachen. Defekte Birnen sollten deshalb nur durch solche mit gleicher Wattstärke ersetzt werden. Andernfalls könnten sich die dünnen Stromkabel der Lichterketten im Dauerbetrieb erhitzen und so einen Schwelbrand verursachen.

Haftung für Brandschäden

Wenn tatsächlich ein Feuer ausbricht, werden die Schäden in vielen Fällen durch Versicherungen abgedeckt. Vorausgesetzt dafür ist jedoch, das es sich bei der Ursache des Brandes handelt nicht um grobe Fahrlässigkeit. Man darf also beispielsweise brennende Wachskerzen nicht unbeaufsichtigt lassen oder sie anzünden, obwohl der Tannenbaum schon zu trocken geworden ist. Schäden, die durch Feuer oder Löschwasser entstehen, übernimmt die Hausratversicherung. Werden Nachbarwohnungen in Mitleidenschaft gezogen, hilft die private Haftpflicht, und für Schäden am Haus springt im Idealfall die Wohngebäudeversicherung ein.
Die Advobaten wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein frohes Weihnachtsfest und erholsame Feiertage!

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.