Widerruf von Immobiliendarlehen noch bis 21. Juni 2016

Widerrufsrecht bei fehlerhafter Belehrung

Bei der Aufnahme eines Immobiliendarlehens gilt grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Hat die Bank allerdings nicht korrekt über das Widerrufsrecht aufgeklärt, hatte der Verbraucher auch Jahre später noch das Recht zum Widerruf. Was die Angelegenheit so interessant macht, ist die Tatsache, dass Kreditinstitute mit überwiegend fehlerhaften Widerrufsklauseln gearbeitet haben. Schätzungen zufolge sollen etwa 80 bis 90 Prozent der Immobiliendarlehensverträge davon betroffen sein.

WiderrufStichtag: 21. Juni 2016

Das bislang unbegrenzt geltende Widerrufsrecht für Baukredite, die  zwischen dem 1.11.2002 und dem 10.6.2010 abgeschlossen worden sind, wird nun zeitlich befristet und endet am 21.6.2016. Wer also einen Kreditvertrag aus diesem Zeitraum mit fehlerhafter Widerrufsbelehrung unterzeichnet hat, kann diesen noch bis zum Stichtag 21.6.2016 widerrufen.

Was die Sache so interessant macht: Ein Großteil der Kreditverträge aus den Jahren 2002 bis 2010 enthält fehlerhafte Widerrufsklauseln. Der Grund für die Fehlerhaftigkeit liegt in dem zig-fach verwendeten Widerrufsformular. Kreditinstitute hatten sich auf die fehlerhaften Formulierungen gestützt, nicht über den Beginn der Widerrufsfrist informiert und keine Hinweise zu den Rechtsfolgen eines Widerrufs gegeben. Ergänzende Formulierungen waren schlichtweg verwirrend und unverständlich. Es fehlten die Adressen, die für einen wirksamen schriftlichen Widerruf erforderlich sind. Es geht übrigens um Kredite mit einem Volumen von etwa 1,6 Billionen Euro.

Beispiele fehlerhafter Widerrufsbelehrungen

Wir haben einige Formulierungen zusammengetragen, die unzulässig und damit fehlerhaft sind. Die Aufzählung ist beispielhaft und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


Der Lauf der Frist beginnt ab heute.
Die Frist beginnt mit dem Tag des Eingangs des unterschriebenen Darlehensvertrages.
Die Frist beginnt frühestens mit Erhalt dieser Belehrung.
Der Lauf der Frist für den Widerruf beginnt einen Tag, nachdem dem Darlehensnehmer diese Belehrung mitgeteilt und eine Vertragsurkunde, der schriftliche Darlehensantrag oder eine Abschrift der Vertragsurkunde oder des Darlehensantrages zur Verfügung gestellt wurde.
Der Lauf der Frist beginnt erst, wenn Ihnen diese Belehrung ausgehändigt worden ist, jedoch nicht bevor uns die von Ihnen unterschriebene Ausfertigung des Darlehensvertrags zugegangen ist.


Problematisch könnte es mit der verbleibenden Zeit werden. Denn wenn der Widerruf erfolgreich ist, benötigt der Darlehensnehmer eine Anschlussfinanzierung. Möglicherweise muss er sich einem langwierigen Gerichtsverfahren unterziehen.

Wer sichergehen möchte, sollte den Rat eines Anwalts einholen und den individuellen Sachverhalt prüfen lassen.

Rechtsanwalt Rudolf Matern berät Sie.

 

 

 

 

 

 

 

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