VerbraucherReiseRechte

Urlaub, Pauschalreise, Reiserücktritt,  Ersatzreisender, Reiserecht, Insolvenz, Pauschalreise, Reisemangel, Reisevertrag, Aufwendungsersatz, Schadensersatz, Reisevertrag, Bad Vilbel, Frankfurt,Sehnsüchtig erwartet – die schönste Zeit des Jahres

Mit großen Erwartungen starten wir jedes Jahr wieder in den lang ersehnten Urlaub. Reisende planen akribisch, damit die Ferienzeit reibungslos abläuft. Allerdings spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, für die andere die Verantwortung tragen: der Flug verspätet sich oder fällt gänzlich aus wegen Streiks, Unwetter oder technischer Probleme, der Reiseveranstalter ist zwischenzeitlich insolvent oder das Hotel ist trotz Reservierung überbucht. Wenn Verbraucher eine Pauschalreise – im Internet oder in einem Reisebüro – gebucht haben, stehen ihnen umfangreiche Rechte zu. Von einer Pauschalreise wird im Gegensatz zu einer Individualreise gesprochen, wenn Reiseleistungen wie Beförderung, (Hotel-)Unterbringung und Verpflegung von einem Reiseveranstalter zu einem Gesamtpreis verkauft werden.

Ein Mitreisender kann die geplante Reise nicht antreten – Recht auf Benennung eines Ersatzreisenden

Unerwartet tritt ein Notfall in der Familie auf, ein Unfall passiert oder der Mitreisende kann aus anderen gesundheitlichen, beruflichen oder sonstigen persönlichen Gründen die Urlaubsreise nicht antreten. Hierfür gibt es eine gesetzliche Grundlage, nach der die Benennung eines Ersatzreisenden möglich ist. Aufgrund des sog. Vertragsübergangs hat der Reisende bis zum Beginn der Reise das Recht, dass ein Dritter in die Rechte und Pflichten aus dem Reisevertrag eintritt. Diese Regelung gilt für die Buchung von Pauschalreisen.

Rechte des Reisenden bei Reisemängeln

Der Reiseveranstalter ist von Gesetzes wegen dazu verpflichtet, die Reise mit den „zugesicherten Eigenschaften“ zu erbringen. Der Reiseprospekt, den der Reiseveranstalter zumeist zur Verfügung stellt, spielt eine wichtige Rolle. Die hier enthaltenen Angaben wie Reisepreis, etwaige Anzahlung und insbesondere Inhalte der Reise wie Ort, Unterbringung, Transfer müssen zutreffend und vollständig sein. Es ist zu beachten, dass allein geringfügige Unannehmlichkeiten, die sich „aus dem Massencharakter der Pauschalreise ergeben“, das Recht zur Minderung oder Aufhebung des Reisevertrags nicht begründen. Anders kann es dann sein, wenn fehlende Klimatisierung oder Lärm ständige Begleiter des Reisenden sind. Mängelansprüche sind innerhalb eines Monats nach dem vertraglich vorgesehenen Ende der Reise gegenüber dem Reiseveranstalter  geltend zu machen.

Abhilfe: Der Reisende kann bei Mängeln direkt am Urlaubsort vom Reiseveranstalter Abhilfe verlangen. Ist Abhilfe mit einem verhältnismäßigen Aufwand möglich, hat der Veranstalter oder seine Repräsentanten im Urlaubsland die Pflicht, den Mangel zu beseitigen oder Ersatz zu leisten. Kommt der Veranstalter dem nicht nach, darf der Reisende selbst für Abhilfe sorgen und kann die Aufwendungen vom Reiseveranstalter zurückfordern.

Minderung des Reisepreises: Der Reisende hat das Recht, den Reisepreis unter der Voraussetzung herabzusetzen, dass der den Mangel gegenüber dem Veranstalter anzeigt. Er kann den entsprechenden Betrag dann vom Veranstalter zurückfordern.

Kündigung des Reisevertrags: Wird die Reise durch einen Mangel erheblich beeinträchtigt oder ist dem Reiseveranstalter die Behebung des Mangels nicht zuzumuten, hat der Reisende das Recht den Vertrag zu kündigen. Der Veranstalter muss übrigens auch nach der Kündigung für die Rückreise sorgen.

Schadensersatz

Wenn der Reiseveranstalter den Mangel verschuldet hat, kann der Reisende neben Minderung und Kündigung zusätzlich einen Schadensersatzanspruch geltend machen.

Rechte bei Zahlungsunfähigkeit des Reiseveranstalters

Der Schutz des Reisenden ist auch bei einer Insolvenz des Veranstalters gewährleistet. Dieser hat sicherzustellen, dass der Verbraucher den gezahlten Reisepreis zurückerstattet bekommt, wenn die Reise nicht stattfinden kann. Tritt die Insolvenz des Reiseunternehmens nach Antritt der Reise ein, ist auch die Rückreise abzusichern. Der Reisende hat dann einen unmittelbaren Anspruch gegen das Versicherungsunternehmen des Reiseveranstalters.

In diesem Zusammenhang hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Reisebüros die Insolvenzsicherung für Reiseveranstalter aus der EU nachzuweisen haben (Urteil vom 25.11.2014, Az.: X ZR 105/13, X ZR 106/13).

Verbesserte Rechte der Verbraucher durch neue EU-Pauschalreise-Richtlinie

Die neue Richtlinie soll insbesondere der vermehrten Buchung von Reisen im Internet Rechnung tragen: Online-Reiseverkaufsportale werden dem stationären Vertrieb im Reisebüro gleichgestellt. Deutsche Regelungen zur Pauschalreisen werden überprüft und ergänzt, der Begriff der Pauschalreise wird im Interesse des Verbraucherschutzes ausgeweitet.

Verbraucherrechte für unterwegs

Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland stellt für Reisende eine kostenlose App zur Verfügung, auf die wir hier gern hinweisen möchten: http://www.eu-verbraucher.de/de/verbraucherthemen/reisen-in-der-eu/
Neben rechtlichen Informationen gibt es praktische Tipps für den Einkauf und wichtige Notrufnumern.

Für Ihre Fragen zu Ihrer Urlaubsreise, zu Flugrechten oder dem fehlenden Landgang bei Ihrer Kreuzfahrt steht Ihnen Rechtsanwalt Rudolf Matern fachkundig zur Seite.

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