Finanzmarktrichtlinie MiFID

Die Überarbeitung der Finanzmarktrichtlinie MiFID dient der Neuregelung der Wertpapier- und Kapitalmärkte in Europa.

stock-exchange-642896_1280Die Europäische Kommission beabsichtigt die Aktualisierung der Vorschriften für Finanzinstrument-Märkte mit dem Ziel, die Funktionsweise der Kapitalmärkte zugunsten der Realwirtschaft zu verbessern.

Finanzmärkte stärken auch den Schutz der Anleger

Nach Mitteilung der Pressestelle der EU gibt es einen Vorschlag zur Überarbeitung der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID). Damit soll es gelingen, Finanzmärkte effizienter, widerstandsfähiger und transparenter zu machen und den Schutz der Anleger weiter zu stärken. Zugleich sollen die Aufsichtsbefugnisse der Regulierungsbehörden ausgeweitet und klare Verfahrensregeln für alle Handelstätigkeiten vorgegeben werden.

Transparenz- und Anlegerschutz, Wettbewerb, Hochfrequenzhandel, Warenterminmärkte, Spekulationen

Im Einzelnen betreffen die Regulierungsvorhaben des Gesetzpakets zu MiFID II neben den Veränderungen in Transparenz- und Anlegerschutzvorschriften die Bildung von rubusteren und effizienteren Marktstrukturen, die Berücksichtigung technologischer Innvovationen zur Förderung des Wettbewerbs und die Erhöhung der Transparenz des sog. Hochfrequenzhandels (computerisierter Handel) auf den Aktienmärkten. Weiterhin soll es strengere Regelungen für Warenterminmärkte geben,  um insbesondere Spekulationen mit Nahrungsmitteln eindämmen. Hierzu sollen die Aufsichtsbefugnisse der Finanzregulierungsbehörden gestärkt werden. Schließlich soll der Anlegerschutz verbessert werden, indem strengere Anforderungen an Anlageberatungen und die Portfolioverwaltung gestellt werden. Für Wertpapierunternehmen sollen Regeln zur Verantwortlichkeit des Managements eingeführt werden.

Gute Absichten

Kurz gefasst geht um

  • die Förderung des Wettbewerbs auf dem europäischen Wertpapiermarkt,
  • die Modernisierung der Marktstrukturen,
  • die Erhöhung der Transparenz der Handelsmärkte,
  • die Erhöhung des Anlegerschutzes und
  • die Harmonisierung der Aufsichtsbefugnisse in der EU.

Die Neuregelung der Finanzmarktrichtlinie wird zu umfassenden Veränderungen im Bereich der Wertpapierdienstleistungen führen. Es werden daher alle Akteure betroffen sein, die an den Wertpapiermärkten handeln.

MiFID ab Ende 2016 in Kraft

Für Kreditinstitute bedeutet die neue Fassung der Markets in Financial Instruments Directive (MiFID) infolge notwendig werdender Investitionen in die Bereitstellung von Daten deshalb wohl auch einen erhöhten Aufwand.

Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes dürfte etwa Ende 2016 zu rechnen sein. Bis dahin sind noch ergänzende Durchführungsbestimmungen durch die ESMA zu erwarten. Die ESMA ist eine unabhängige EU-Behörde. Sie trägt zur Stabilitätssicherung des europäischen Finanzsystems bei, indem sie Integrität, Effizienz, Transparenz  und Funktionalität der Wertpapiermärkte sicherstellt und die Verbesserung des Anlegerschutzes voranbringt.

Rudolf Matern, Fachanwalt für öffentliches Recht, steht für Fragen jederzeit gern zur Verfügung.

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