Unterhaltsrecht, Scheidungsrecht, Scheidungsfolgenrecht, Güterrecht, Kindschaftsrecht, Sorgerecht, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Recht der Lebenspartnerschaft, Adoptionsrecht, Betreuungsrecht

Adoptionsrecht:
Die Adoption (juristisch: Annahme als Kind) bedeutet, dass ein Kind mit sämtlichen Rechten und Pflichten in die eigene Familie aufgenommen wird. Bei einer Adoption wird durch den Beschluss eines Familiengerichts ein Eltern-Kind-Verhältnis erzeugt. Die Adoption ist zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und wenn zu erwarten ist, dass zwischen den Adoptiveltern und dem Kind ein echtes Eltern-Kind-Verhältnis entsteht. Die Adoptionen unterscheiden sich dadurch, ob sich Adoptiveltern und Adoptivkind kenne (Stiefkindadoption, Verwandtenadoption, internationale Adoption, Fremdadoption) oder ob Adoptiveltern und leibliche Eltern einander kennen (offene, halboffenene, Inkognitoadoption).
Sobald das Familiengericht die Adoption ausgesprochen hat und der Beschluss dem Annehmenden zugestellt ist, wird diese rechtswirksam. Damit treten sämtliche Rechtsfolgen ein: Personensorge, Vermögenssorge, Unterhaltsberechtigung, Unterhaltsverpflichtung, Erbrecht, Namensänderung, Meldepflicht, Auflösung der verwandtschaftlichen und privatrechtlichen Beziehungen zu den leiblichen Eltern, Staatsangehörigkeit.

Elterliches Sorgerecht/Aufenthaltsbestimmungsrecht:
Das Aufenthaltsbestimmungsrecht stellt einen Aspekt des Sorgerechts dar. Das Sorgerecht beinhaltet die Sorge für die Person und das Vermögen des Kindes. Grundsätzlich besteht ein gemeinsames Sorgerecht der Eltern, wenn sie verheiratet sind. Insbesondere geht es dabei um die Pflege, Erziehung, Beaufsichtigung und Bestimmung des Aufenthalts des Kindes. Das Familiengericht kann beispielsweise den Eltern das Recht der Aufenthaltsbestimmung entziehen und dem Jugendamt übertragen, wenn die Kinder in die Obhut des Jugendamts genommen werden mussten.

Betreuungsrecht:
Mit dem Begriff Betreuung ist die Vertretung in Rechtsfragen gemeint. Das Betreuungsrecht strebt die größtmögliche Autonomie des Betroffenen an. Wenn sich Menschen allerdings nicht mehr selbstständig um ihre Angelegenheiten kümmern können, wird ihnen ein rechtlicher Vertreter zur Seite gestellt. Für elternlose Minderjährige bestellt das Gericht etwa einen Vormund, der die Interessen des Kindes wahrnimmt.

Güterrecht:
Das eheliche Güterrecht regelt die Vermögensbeziehungen der Ehegatten untereinander. Neben dem gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft – der automatisch gilt, wenn nicht durch Ehevertrag etwas anderes vereinbart wurde -, kann durch Ehevertrag in der notariellen Form die Gütertrennung vereinbart werden. Bei der Gütertrennung bleibt das Vermögen der Eheleute getrennt. Durch Ehevertrag in notarieller Form können die Eheleute außerdem die Gütergemeinschaft vereinbaren. Das beiderseitige Vermögen wird gemeinschaftliches Vermögen, sog. Gesamthandsvermögen.

Kindschaftsrecht:
Mit dem Begriff Kindschaftsrecht wird das Eltern-Kind-Verhältnis und damit die Abstammung beschrieben. Wer durch Abstammung miteinander verbunden ist, ist blutsverwandt. Im Abstammungsrecht geht es nicht nur um Mutterschaft und Vaterschaft. So sind Personen, die voneinander abstammen, in gerader Linie miteinander verwandt, etwa Großvater, Vater, Kind. Und Personen, die von einer dritten Person abstammen, sind in Seitenlinien verwandt, etwa Geschwister, Neffe, Onkel. An den Status der Abstammung knüpfen sich unterschiedliche Rechte und Pflichten.

Recht der Lebenspartnerschaft:
Die Lebenspartnerschaft bezeichnet die Partnerschaft auf Lebenszeit zwischen zwei Personen gleichen Geschlechts.
Im Lebenspartnerschaftsgesetz LPartG wurde für eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner eine rechtliche Gleichstellung mit Eheleuten vollzogen. Zwei volljährige Personen gleichen Geschlechts können vor der zuständigen Behörde erklären, die gemeinsame Partnerschaft auf Lebenszeit führen zu wollen. Wie im Eherecht entsteht damit die gegenseitige Verpflichtung zur Fürsorge und Unterstützung des Partners, der Partnerschaftsname ist geregelt, die Unterhaltspflichten und das Güterrecht. Durch einen Lebenspartnerschaftsvertrag in notarieller Form kann ein anderer Güterstand als die Zugewinngemeinschaft festgelegt werden.

Scheidungsrecht:
Das Scheidungsrecht geht davon aus, dass es unerheblich ist, wer für das Scheitern der Ehe verantwortlich ist. Im Eherecht gilt seit 1977 das sog. Zerrüttungsprinzip. Entscheidend ist, dass die Ehe gescheitert ist. Es kommt auf den gegenwärtigen Zustand der Ehe an. Ob ein Scheitern der Ehe vorliegt, wird vor Gericht geprüft. Die Ehe ist mit Rechtskraft des Scheidungsbeschlusses aufgelöst.

Scheidungsfolgenrecht:
Zu den Scheidungsfolgen gehören die Ansprüche, die sich aus dem Güterstand während der Ehezeit ergeben. Dazu zählen die Ausgleichsansprüche auf Zugewinnausgleich aus dem Güterstand der Zugewinngemeinschaft und Ansprüche aus dem Gesamthandsvermögen bei der Gütergemeinschaft. Keine Ansprüche bestehen bei der Gütertrennung.

Unterhaltsrecht:
Unterhalt ist grundsätzlich bei allen Güterständen geschuldet, sofern im Ehevertrag nichts anderes vereinbart ist.
Der Anspruchsteller muss unterhaltsberechtigt, der Anspruchsverpflichtete muss leistungsfähig sein. Der Anspruch kann ausgeschlossen sein, wenn die Ehe von kurzer Dauer war oder Straftaten gegenüber dem Ehegatten begangen wurden.